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Einfluss von Statinen auf Herzerkrankungen
02.10.2013
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Einerseits gehören Statine zu der weltweit am häufigsten verordneten Art von Medikamenten. Andererseits kamen 2012 zwei getrennte Studien zu dem Schluss, dass eine koronare Verkalkung - ein bekannter Marker einer Herzerkrankung - signifikant erhöht ist, wenn Statine eingenommen werden. Im folgenden Beitrag lernen Sie die andere, weniger bekannte Seite der Statine kennen.


Statine begünstigen die Entstehung koronarer Verkalkung 

Eine neue Studie in der Fachzeitschrift „Atherosclerosis“ [1] zeigt, dass die Einnahme von Statinen mit einer um 52% erhöhten Prävalenz von verkalkten Koronarplaques im Vergleich zu Nicht-Nutzern von Statinen verbunden ist.

Arterielle Plaques sind ein Hauptanzeichen von kardiovaskulären Erkrankungen und erhöhen das Risiko der Mortalität. Daher ist alles, was die Verkalkung und Einschränkung der Dehnbarkeit der Arterien verursacht zu vermieden - Statine scheinen in diese Kategorie zu fallen.

In einer anderen Studie in der Fachzeitschrift „Diabetes Care“ [2] wurde veröffentlicht,  dass Typ-2-Diabetiker mit fortgeschrittener Atherosklerose, die häufig Statine einnahmen, einen deutlich größeren Anteil an koronaren Verkalkungen zeigten als die Menschen, die Statine weniger oder gar nicht einnahmen.

Ferner wurde in einer Untergruppe von Teilnehmern, die anfänglich keine Statine erhielten festgestellt, dass ein Fortschreiten sowohl von Koronargefäßverkalkungen sowie Bauchaorta-Arterienverkalkungen signifikant erhöht wurde, wenn sie mit der Statin-Einnahme begann.

Diabetes ist ein Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen, weshalb viele Diabetiker ein Statin einnehmen müssen, um ihr Risiko zu reduzieren. Diese neueren Studien zeigen, dass Statine aber tatsächlich die Progression der Erkrankung beschleunigen!

In der Studie wurde auch bei Nicht-Diabetikern aufgezeigt, dass Statine das Risiko für die Entwicklung von Typ 2 Diabetes erhöhen [3]. Des Weiteren wurde in einer anderen Studie gezeigt, dass Statine das Risiko für Typ-2-Diabetes bei post-menopausalen Frauen um 48 % erhöhen [4].


Nebenwirkungen von Statinen

Nur eine ganz kleine Gruppe von Menschen mit familiärer Hypercholesterinämie, einem genetischen Defekt, der Cholesterinspiegel über 325-350 verursacht, scheinen von Statinen zu profitieren. Angesichts der vielen Risiken für die Gesundheit darf Statine nicht als Mittel der Prävention angesehen werden.

Die Skala der Nebenwirkungen von Statinen reicht von Muskel-Problemen, Anämie, Azidose, Katarakten, Dysfunktionen der Bauchspeicheldrüse und Leber, sexuellen Dysfunktionen, Gedächtnisstörungen bis hin zu einem erhöhten Krebs-Risiko [5].

Mit der Einnahme von Statinen geht auch der Mangel an CoQ10 einher. Wenn Sie also Statine einnehmen sollten Sie die Ergänzung mit CoQ10 (oder Ubiquinol) nicht außer Acht lassen.

Mehr dazu lesen Sie in unserem Blogartikel Wenn Sie Statine einnehmen, müssen Sie Ihr CoQ10 berücksichtigen


Es gibt kein "gutes" und "schlechtes" Cholesterin

Die Wirkung von Statinen besteht im Verhindern der Bildung von Cholesterin und LDL-Cholesterin, das als "schlechtes" Cholesterin bekannt ist. In Wirklichkeit gibt es aber kein "gutes" oder "schlechtes" Cholesterin.

Sowohl HDL- als auch LDL-Cholesterin führen lebenswichtige Funktionen im Körper durch, deshalb ist es gefährlich, einfach darauf abzuzielen, den LDL-Spiegel möglichst niedrig zu halten.

Das einzige, worauf es bei LDL ankommt ist die Größe der LDL-Partikel, die unterschiedlich sein können. Der einzige Weg, um sicherzustellen, dass Ihre LDL-Partikel groß genug sind, um keinen Schaden anzurichten, ist eine richtige Ernährung.

HDL (High Density Lipoprotein) und LDL (Low Density Lipoprotein) sind Proteine, die Cholesterin zwischen Geweben transportieren. Cholesterin spielt eine wichtige Rolle im Hormonhaushalt solcher Hormone wie Testosteron, Östrogen, Cortisol, DHEA oder Pregnenolon und eine Vielzahl von anderen Steroid-Hormonen. Noch wichtiger: Cholesterin bedingt auch die Regeneration von Zellenmembranen.

Eine gesunde Ernährung ist auch die Antwort für Typ-2-Diabetes. So können Sie durch eine gesunde Ernährung, sowohl Diabetes als auch den Cholesterinspiegel regeln und dadurch das Risiko von Herzerkrankungen reduzieren. Eine angepasste Ernährung ist der einzig bekannt gute Weg, um die LDL-Partikelgröße zu regulieren.


So können Sie den Cholesterinspiegel natürlich senken

  • Normalisieren Sie Ihren Insulinspiegel durch Verzicht auf Zucker (insbesondere Fructose) und Körner in der Ernährung.
  • Nehmen Sie eine hochwertige tierische Omega-3-Ergänzung zu sich, wie z. B. Krill-Öl.
  • Achten Sie auf die Qualität der Nahrung (idealerweise biologisch angebaute oder aufgezogene Lebensmittel ohne Chemikalien).
  • Essen Sie gesunde, vorzugsweise rohe Fette, wie z. B.: Olivenöl, Kokosnussöl, biologische rohe Milchprodukte, Avocados.
  • Eier von biologisch aufgezogenem Geflügel.
  • Fleisch aus biologischer Aufzucht.
  • Regelmäßige Bewegung verbessert den Kreislauf und die Durchblutung im ganzen Körper. Die Komponenten des Immunsystems sind auch dadurch besser verteilt, dadurch hat das Immunsystem eine bessere Chance, gegen eine Krankheit zu kämpfen, bevor sie sich ausbreiten kann.
  • Wenn Sie ein Mann oder eine Frau in den Wechseljahren sind, sollten Sie Ihren Eisen-Spiegel überprüfen lassen. Eine erhöhte Konzentration von Eisen kann große oxidative Schäden in den Blutgefäßen, im Herz und anderen Organen verursachen. Überschüssiges Eisen ist auch einer der wichtigsten Faktoren des Krebsrisikos.
  • Vermeiden Sie das Rauchen und übermäßiges Trinken von Alkohol.

Bild: Andrea Damm  / pixelio.de

Autor: Dr. Rainer Mutschler


Referenzen:

1. Statins use and coronary artery plaque composition: results from the International Multicenter CONFIRM Registry.
2. Progression of vascular calcification is increased with statin use in the Veterans Affairs Diabetes Trial (VADT).
3. FDA Expands Advice on Statin Risks
4. Statins Raise Diabetes Risk by 48% for Postmenopausal Women
5. Statin Drugs
6. Statin adverse effects : a review of the literature and evidence for a mitochondrial mechanism.


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