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Gesüßte Getränke erhöhen das Depressions-Risiko
08.03.2013
angst
Lebensmittel haben einen immensen Einfluss auf Ihren Körper und Ihr Gehirn. Das Essen von Vollwertkost ist die beste Unterstützung der geistigen und körperlichen Gesundheit. Die Vermeidung von Zucker (insbesondere Fructose) und künstlichen Süßstoffen ist auf der Grundlage der vorliegenden Beweise ein sehr wichtiger Aspekt der Prävention und/oder Behandlung von Depressionen. Beide tragen zu einer chronischen Entzündung bei und können große Schäden an Ihren Gehirnfunktionen anrichten.

Wichtigste Punkte auf einen Blick:

1. Laut der vorläufigen Studienergebnissen ist der Genuss gesüßter Getränke mit einem erhöhten Depressionsrisiko assoziiert.

2. Wer mehr als vier Dosen oder Gläser Limonade oder andere künstlich gesüßte Getränke getrunken hatte, zeigte in der nachfolgend vorgestellten Studie ein fast 30% höheres Risiko für Depressionen im Vergleich zu denjenigen, die diese Getränke nicht konsumierten.

3. Mögliche Mechanismen, die durch die Aufnahme von Zucker eine toxische Wirkung auf die psychische Gesundheit ausüben könnten, werden durch Insulin- und Leptin-Resistenz verursacht. Die Aktivität eines wichtigen Hormons namens BDNF wird unterdrückt, der Wert ist kritisch niedrig bei depressiven Patienten und chronische Entzündungen, die vermutlich eine Hauptursache der Depression sind, werden gefördert.

Zucker und mentale Fitness

Vorläufige Ergebnisse der Studie, über die bei der 65. Jahrestagung der „American Academy of Neurology“ berichtet wurde, zeigen, dass der Genuss gesüßter Getränke – ganz gleich, ob sie mit Zucker oder künstlichen Süßstoffen gesüßt sind - mit einem erhöhten Risiko für Depressionen einhergehen. Der Genuss von Kaffee wurde mit einem leicht verringerten Risiko verbunden.

Wie von WebMD berichtet:

"Laut Forschern zeigen die Ergebnisse auf, dass eine Verringerung des Genusses gesüßter Getränke oder der vollständige Ersatz durch nicht gesüßte Getränke helfen kann, das Depressionsrisiko zu verringern“.

  • Die Studie umfasste nahezu 264.000 Erwachsene im Alter von über 50 Jahren, die an einer Ernährung- und Gesundheits-Studie teilgenommen hatten.
  • Zu Beginn der Studie wurde bei den Teilnehmern eine detaillierte Ernährungserhebung durchgeführt.
  • Im Rahmen einer Zehn-Jahres-Übersicht, wurden sie befragt, ob sie bereits an Depressionen leiden oder ob irgendwann in dieser Zeit eine Depression bei ihnen diagnostiziert wurde.
  • Wer von den Teilnehmern mehr als vier Dosen oder Gläser Limonade oder andere künstlich gesüßte Getränke getrunken hatte, zeigte ein fast 30% höheres Risiko für Depressionen im Vergleich zu denjenigen, die diese Getränke nicht zu sich genommen hatten.
  • Regelmäßige Limonaden-Trinker hatten ein um 22 % erhöhtes Risiko
  • Diejenigen Probanden, die vier Tassen Kaffee pro Tag zu sich nahmen, zeigten mit 10% ein verringertes Risiko an Depressionen zu erkranken.

Warum Zucker das Depressions-Risiko erhöht

Es gibt mindestens drei mögliche Mechanismen, wodurch die Einnahme von raffiniertem Zucker eine toxische Wirkung auf die psychische Gesundheit ausüben könnte:

1. Zucker (insbesondere Fructose) und Getreidekörner tragen dazu bei, die Signale für die Insulin- und Leptin-Resistenz zu stören, welche eine wichtige Rolle für Ihre geistige Gesundheit spielen.

2. Zucker unterdrückt die Aktivität eines wichtigen Wachstums-Hormons namens BDNF (Brain Derived Neurotrophic Factor), welcher die gesunden Neuronen des Gehirns fördert. Die BDNF-Spiegel sind kritisch niedriger sowohl bei Depressionen als auch Schizophrenie, was in Tierversuchen bereits festgestellt wurde.

3. Zucker-Konsum löst auch eine Kaskade von chemischen Reaktionen im Körper aus, die eine chronische Entzündung fördern. Auf lange Sicht stört eine Entzündung die normale Funktion des Immunsystems, was wiederum mit einem erhöhten Depressions-Risiko verbunden ist.

Im Jahr 2004 veröffentlichte der Britische Forscher auf psychiatrischem Fachgebiet, Malcolm Peet, eine provokative interkulturelle Analyse der Beziehung zwischen Ernährung und mentalen Erkrankungen. Sein primäres Ergebnis war ein starker Zusammenhang zwischen einem hohen Zuckerverbrauch und dem Risiko von Depression und Schizophrenie.

Nach Peet:

"Eine höhere Aufnahme von raffiniertem Zucker und Milchprodukten prognostiziert ein schlechteres 2-Jahres-Ergebnis bezogen auf die Schizophrenie. Eine hohe Prävalenz der Depression wurde durch eine zu geringe Zufuhr von Fisch und Meeresfrüchten vorhergesagt.

Die Prävalenzen der Depression sind ähnlich denen, die Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes verursachen.

Bei Menschen mit psychischen Problemen sollten Ernährungs-Ansätze dringend empfohlen werden, denn ernährungstechnische Interventionsstudien sind in jedem Fall bei Schizophrenie und Depressionen zugelassen“.

„Einer der wichtigsten Prädiktoren für Herzerkrankungen und Diabetes ist in der Tat eine chronische Entzündung, die“, wie Peet erwähnt, „auch mit schlechter psychischer Gesundheit verbunden ist“.

Und Zuckerkonsum ist in der Tat ein primärer Förderer von chronischen Entzündungen - der Verzehr großer Mengen Zucker kann viele negative gesundheitliche Probleme verursachen- sowohl mental als auch physisch.

Eine weitere frühere Studie, im „International Journal für das Stillen“ veröffentlicht, stellte fest, dass Entzündungen viel mehr sein können als nur ein weiterer Risikofaktor.

Nach Angaben der Forscher:

"Das alte Paradigma beschrieb Entzündungen nur als einen von vielen Risikofaktoren für Depressionen.

Das neue Paradigma wird auf neuere Forschungen zurückgreifen, die zeigten, dass physische und psychische Stressoren das Entzündungs-Risiko deutlich erhöhen.

Diese jüngsten Studien stellen eine wichtige Verschiebung in dem Paradigma fest:

Entzündung ist nicht einfach nur ein Risikofaktor, es ist der Risikofaktor überhaupt, der allen anderen Faktoren überlegen ist.

Darüber hinaus wird erklärt, dass und warum Entzündungen, welche die psychosozialen -, Verhaltens- und körperlichen Risiko-Faktoren erhöhen, ausschlaggebend für das Risiko sind, an Depressionen er erkranken.

Dies gilt für Depressionen im Allgemeinen und auch für die postpartale Depression insbesondere".

Omega-3-Fettsäuren fördern optimale Funktion des Gehirns und der mentalen Gesundheit

Ein weiterer Hauptschuldiger, der Entzündungen in Ihrem Körper fördert, sind ranzige oder oxidierte Omega-Fette (Transfette), während eine Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren ist, hilft, Entzündungen zu reduzieren.

Gesunde Omega-6-Fette wie Gamma-Linolensäure (GLA), in der Nachtkerze, der schwarzen Johannisbeere  und Borretschöl zu finden, können auch helfen, Entzündungen entgegenzuwirken.

Während alle Omega-3-Fette immunstärkende Qualitäten haben, sind Omega-3-Fette aus marinen Quellen (EPA und DHA) biologisch wirksamer als Omega-3-Fett-ALA, gefunden in pflanzlichen Quellen wie Leinsamen und sind stärker im Kampf gegen Entzündungen.

Eine der potentesten Quellen für Omega-3-Fettsäuren ist Krill-Öl, da es viele Vorteile gegenüber normalen Fischöl hat.

Schlüsselfaktoren zur Überwindung einer Depression

1. Bewegung - Wenn Sie Depressionen haben, oder auch wenn Sie sich von Zeit zu Zeit nur schlecht fühlen, ist körperliche Bewegung ein Muss. Die Forschungsergebnisse in diesem Bereich sind überwiegend positiv.

Eine der wichtigsten Eigenschaften der Bewegung ist die Erhöhung von Endorphinen, das sind Hormone, mit deren Hilfe Sie sich wohlfühlen.

Es hilft auch, Ihren Insulin- und Leptin-Pegel zu normalisieren.

2. Ernähren Sie sich gesund - Ein Faktor, der nicht übersehen werden kann ist Ihre Ernährung. Lebensmittel haben einen immensen Einfluss auf die Stimmung.

Durch die Vermeidung von Zucker und Getreide normalisieren Sie Ihren Insulin- und Leptin-Spiegel, und die Beseitigung der künstlichen Süßstoffe erhöht Ihre Chancen, toxische Nebenwirkungen zu vermeiden.

3. Optimieren Sie Ihre Darmgesundheit - fermentierte Lebensmittel, wie fermentierte Gemüse sind auch für eine optimale geistige Gesundheit wichtig, da sie der Schlüssel für die Optimierung Ihrer Darmgesundheit sind.

Viele Menschen wissen nicht, dass Ihr Darm buchstäblich Ihr zweites Gehirn ist und erheblich Ihren Geist, Ihre Stimmung und Ihr Verhalten beeinflusst. Ihr Darm produziert mehr Stimmungs-steigerndes Serotonin als Ihr Gehirn das zu tun vermag.

4. Ernährung mit einem hochwertigen, tierischen Omega-3-Fett, wie Krill-Öl -
Dies ist einer der wichtigsten Nährstoffe im Kampf um Ihre Gesundheit.

5. Holen Sie sich viel Sonnenschein – Stellen Sie sicher, dass Sie genug Sonnenlicht erhalten, um einen gesunden Vitamin-D-Spiegel zu bekommen, auch dies gehört zu den entscheidenden Faktoren bei der Behandlung von Depressionen, damit können Sie diese auch in Schach halten.

In einer früheren Studie wurde festgestellt, dass Menschen mit größtem Vitamin-D-Mangel 11-mal anfälliger für eine Depression waren als diejenigen Menschen, die ein normales Niveau aufwiesen.

Vitamin D-Mangel ist eigentlich eher die Norm als die Ausnahme und wurde mit den Bereichen der psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen bereits mehrfach in Verbindung gebracht.

6. Vermeiden Sie Stress - Depression ist eine sehr ernste Erkrankung, aber es ist keine "Krankheit". Vielmehr ist es ein Zeichen dafür, dass Ihr Körper und Ihr Leben aus dem Gleichgewicht geraten sind.

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, sobald man bei einer Depression an eine Krankheit denkt und glaubt, man muss nur Medikamente einnehmen, um diese zu lindern oder zu heilen.

Alles, was Sie wirklich tun müssen, ist wieder Balance in Ihr Leben zu bringen, und eine der wichtigsten Möglichkeiten, um dies zu tun ist: Die Vermeidung von Stress.

In der heutigen hektischen Zeit, ist es ohne Zweifel eine schwierige  - aber keineswegs eine unmögliche Herausforderung. Der Sinn dieses Bloges ist es gerade, Ihnen bei dieser Herausforderung, verschiedene Hinweise zu liefern, was Sie für die Erreichung einer besseren Balance zwischen Körper und Psyche tun können.

Bildquelle: darrenbaker / Clipdealer

Quellen:

Sweetened Drinks Associated with Increased Depression Risk

Sweetened Drinks Linked to Depression Risk

International variations in the outcome of schizophrenia and the prevalence of depression in relation to national dietary practices: an ecological analysis.

A new paradigm for depression in new mothers: the central role of inflammation and how breastfeeding and anti-inflammatory treatments protect maternal mental health.

Diet drinks' 'link to depression' questioned

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