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Gicht: neue Nachweise, dass Fruchtsäfte und Soda das Risiko für eine Gichterkrankung erhöhen
13.12.2010
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Nach einer neuen Studie erhöht das Trinken von zu viel Wasser in Form von Soda (Limonaden) oder Fruchtsäften das Risiko der Entwicklung von Gicht, einer schmerzhaften Form der Arthritis.

Frauen, die zwei Dosen oder mehrere Nicht-Diät-Cola am Tag getrunken haben, oder 12 Unzen oder mehr in Form von Orangensaft pro Tag, waren dem Risiko ausgesetzt, mehr als doppelt so häufig eine Gicht zu entwickeln. Bei 74 % Frauen, die nur ein Natron- oder 6-Unzen-Glas Saft pro Tag getrunken hatten, wurde ein um 41 % höheres Risiko berichtet.

CNN berichtet: "Der Täter scheint Fructose ...zu sein. Fructose erhöht die Werte der chemischen Harnsäure, die Gicht verursacht. Wenn der Harnsäurespiegel im Körper zu hoch wird, entsteht Säure und diese wird gehärtet in Form von scharfen Kristallen, die sich in den Gelenken ablagern."

Kommentar von Dr. Mercola

Gicht ist eine Art von Arthritis. Charakteristisch für die Erkrankung sind schmerzhafte, steife und entzündete Gelenke. Dieses kann in jedem Gelenk des Körpers auftreten, trifft aber meist großen Zeh. Die Steifigkeit und Schwellungen sind das Ergebnis einer übermäßigen Bildung von Harnsäure-Kristallen in den Gelenken und die Schmerzen im Zusammenhang mit dieser Erkrankung werden durch die entzündliche Reaktion auf die Harnsäure-Kristalle verursacht.

Die Gicht beeinflusst inzwischen 2 bis 5 Millionen Amerikaner, und die Prävalenz nimmt zu, sowohl in den USA als auch in anderen Ländern. Dies ist keine Überraschung, denn der Hauptgrund für die steigende Inzidenz dieser schmerzhaften Art von Arthritis stammt aus unserer modernen Ernährung, die über-reichhaltig an Fructose ist, hauptsächlich in Form von High Fructose Corn Syrup (HFCS), wie durch neueste Erkenntnisse bestätigt wurde.

Zusammenhang zwischen Fructose und Gicht

Die neueste Studie, veröffentlicht im JAMA (Journal of American Medical Association), verwendet Daten aus den seit 22 Jahren laufenden Studien von Krankenschwestern, der „Nurses Health Study“, in die fast 79.000 Frauen mit einbezogen waren.

Die Analyse zeigte, dass Frauen, die mehr als zwei Dosen Limonade pro Tag getrunken haben, eine mehr als zweimal so hohe Wahrscheinlichkeit hatten, eine Gicht zu entwickeln im Vergleich zu den Frauen, die selten diese Art von Getränken zu sich nahmen. Wobei das Trinken von Orangensaft (Fruchtsäften) ungefähr die gleiche Wirkung zeigte.

Der „Täter“ scheint die Fructose zu sein, sagt der Hauptautor der Studie, Dr. Hyon Choi, MD, Professor für Medizin an der Boston University School of Medicine. Eine ähnliche Studie, durchgeführt an Männern, wurde vor zwei Jahren veröffentlicht.

In dieser Studie zeigten Männer, die zwei oder mehr zuckerhaltige Softdrinks pro Tag getrunken hatten, ein um 85 % höheres Risiko an Gicht zu erkranken, als bei diejenigen, die weniger als eines dieser Getränke monatlich zu sich nahmen. Das Risiko stieg deutlich an bei den Männern, die ihre Dosis an zuckerhaltigen Softdrinks innerhalb von einer Woche verfünffachten. Fruchtsaft und Fructose-reiche Früchte wie Orangen und Äpfel erhöhten ebenfalls das Risiko. Aus diesem Grund wird immer gefordert: Passen Sie auf alle Arten von Fructose auf, sowohl in Form von Fruchtsäften als auch ganzen Früchten, die Sie verzehren und nicht nur auf Soda und verarbeitete Lebensmittel.

Als allgemeine Regel gilt die Begrenzung Ihrer gesamten Fructoseaufnahme bis 25 Gramm pro Tag aus allen Quellen. Da fast alle verarbeiteten Lebensmittel HFCS enthalten, ist es ein kluger Schritt für die meisten Menschen ihre gesamte Aufnahme von Fructose, auch in Form von Obst, auf 15 g pro Tag zu begrenzen. Sie liegen schnell über einem Maximum von 25 Gramm durch Aufnahme dieser "versteckten" Fructose in Ihrer Ernährung, auch wenn Sie kein Soda trinken oder Obst verzehren.

Fructose ist der einzige Zucker, der die Bildung von Harnsäure auslösen kann. In diesem Jahr wurden die Forschungsergebnisse von Dr. Richard Johnson bekannt gegeben, dessen Forschung sich auf Fructose konzentriert: Fructose ist die Nummer eins in diesem Jahr, und gilt als eine der größten Verursacher von Fettleibigkeit, Diabetes und einer ganzen Reihe von anderen Volkskrankheiten, einschließlich der Gicht:
  • Bluthochdruck
  • Erhöhter Cholesterinspiegel und hohe Triglyceride
  • Nierenerkrankungen
  • Herzerkrankungen
  • Fettleber.

     

Wie sich herausstellte, ist ein wesentlicher Bestandteil aller dieser Krankheiten eine erhöhte Harnsäure. Neuere Forschungen zeigen, dass Fructose die einzige Art von Zucker ist, die Ihren Harnsäurespiegel erhöhen kann! Fructose unterscheidet sich deutlich von anderen Zuckerarten. Der Unterschied besteht unter anderem darin, wie sich die Fructose metabolisiert. Ihre metabolische Wirkung ist es auch, welche die Entstehung von Harnsäure begünstigt. Fructose erzeugt typischerweise innerhalb von Minuten nach Einnahme Harnsäure. Allerdings ist noch anzumerken:...

Glucose steigert die schädlichen Auswirkungen von Fructose!


Obwohl durch Glucose der Harnsäurenspiegel nicht erhöht wird, wird die Fructose-Absorption beschleunigt! Wenn Sie also Glucose und Fructose gemischt zusammen einnehmen, wird mehr Fructose absorbiert, als wenn Sie die Fructose alleine einnehmen.Diese wichtige Information ist für Menschen gedacht, die eine bessere Kontrolle in ihren Bemühungen um ihr Körpergewicht haben wollen und Krankheiten verhüten möchten.

An welchem Punkt spielt die Harnsäure eine Rolle beim Entstehen einer Krankheit?

Laut Dr. Johnson's Forschung scheint die Harnsäure eine führende Rolle bei der Schaffung von gesundheitlichen Problemen zu haben, wenn sie einen Spiegel von 5,5 mg/dl oder höher in Ihrem Körper erreicht. Auf dieser Ebene ist die Harnsäure mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Bluthochdruck sowie Diabetes, Fettleibigkeit und Nierenerkrankungen mit verantwortlich.Dr. Johnson glaubt, dass das ideale Angebot für Harnsäure zwischen 3 bis 5,5 mg/dl liegt.

Wie begrenzen Sie Ihren Fructose Verbrauch

Laut Dr. Johnson's Forschung verbraucht ein Viertel der US-Bevölkerung 134 Gramm Fructose pro Tag. Dies ist eine unglaubliche Menge an Fructose, wenn man die Tatsache berücksichtigt, dass Sie Ihre Fructoseaufnahme auf unter 25 Gramm pro Tag beschränken sollten, um eine gute Gesundheit zu erhalten.

Das macht es recht einfach zu erkennen, warum so viele Erkrankungen aufgrund einer hohen Fructose-Aufnahme entstehen können. Als Beispiel führt Dr. Johnson eine Statistik auf, die zeigt, dass jeder vierte Amerikaner auch unter Prä-Diabetes leidet oder einen Typ 2-Diabetes hat.

 

Wie viel Fructose verbrauchen Sie jeden Tag?

Es gilt die Empfehlung für Sie: „Werfen Sie einen Blick auf die Etikettierung aller Nahrungsmittel, die Sie einkaufen und verzehren möchten, berücksichtigen Sie dabei die Menge Ihrer Portionen.

In seinem Buch „The Sugar Fix“, bietet Dr. Johnson detaillierte Tabellen mit den Inhalten von Fructose in verschiedenen Lebensmitteln an – bislang wurde noch keine Datenbank eingerichtet, mithilfe derer Sie ohne weiteres genau herausfinden können, wie viel Fructose in den verschiedenen Lebensmitteln enthalten ist.

Sicherlich ist es schwierig, den Zucker-/Fructose-Gehalt in Ihrer Ernährung zu reduzieren. Schließlich kann Zucker genauso süchtig machen wie z. B. Kokain! Doch es ist möglich! 

Sie finden hierfür Leitlinien in dem Buch von Dr. Johnson: Er fordert Sie auf, eine Fructose-Diät für zwei Wochen einzuhalten um einen positiven Effekt für einen „Neustart“ Ihres Körpers zu bekommen und Ihren Körper wieder für Fructose zu sensibilisieren. 

 

Zusätzliche Leitlinien für die Prävention und Behandlung von Gicht

Unbehandelte Gicht kann immer schmerzhaft sein und zu Gelenkschäden führen. Also, wenn Sie plötzlich starke Schmerzen in den Gelenken haben, insbesondere dem großen Zeh, zeigt die Erfahrung, dass es dann wichtig, ist, Hilfe zu suchen.

Allerdings wird dringend empfohlen: Vermeiden Sie medikamentöse Therapien für Gicht mit Medikamenten, welche speziell nur dafür entwickelt wurden um den Harnsäurespiegel zu senken. Es macht wenig Sinn, mit deren Nebenwirkungen zu experimentieren, denn die meisten Menschen können ihre Harnsäurespiegel einfach reduzieren, indem sie eine Begrenzung oder Beseitigung übermäßiger Fructose in Form einer Diät einhalten!

Darüber hinaus können die folgenden Strategien Ihnen helfen, die Gicht erfolgreich zu verhindern:

1. Ändern Sie Ihre Ernährung und passen Sie Ihren Ernährungs-Typ an.

2. Vermeiden Sie das Trinken von Limonade, Fruchtsäften und anderen süßen Getränken. Wie oben besprochen, sind diese Arten von Getränken eine primäre Quelle der übermäßigen Fructosezufuhr. Stattdessen wird reichlich reines Wasser empfohlen, da die Aufnahme von Flüssigkeit hilft, Harnsäure aus dem Körper zu entfernen.

Machen Sie Abstriche bei der Aufnahme aller Formen von Zucker und Getreide in der Ernährung

3. Limitieren oder beseitigen Sie Ihren Alkoholkonsum, vor allem Bier. Alkohol im Allgemeinen und speziell Bier, kann auch zu einer Erhöhung der Harnsäurespiegel im Blut führen.

4. Körperliches Training: Übergewicht erhöht das Risiko von Gicht und regelmäßige Bewegung hilft Ihnen, ein gesundes Gewicht zu halten und Ihre allgemeine Gesundheit zu verbessern.

5.Versuchen Sie, Sauerkirschen zu essen oder konzentrierten Sauerkirschsaft zu trinken. Sauerkirschen enthalten zwei leistungsstarke Verbindungen, Anthocyane und Bioflavonoide. Beide Verbindungen verlangsamen die Enzyme Cyclo-oxyygenase-1 und -2, die bei der Linderung und Vorbeugung von Arthritis und Gicht in Ihrem Körper helfen.

Es gibt auch die Information, dass Alfalfa-Tabletten eine gute Maßnahme bei der Erleichterung und Verbesserung bei Gichterkrankungen bewirken. Dieser Weg ist noch weitgehend unbekannt, aber das Produkt ist ein reines Naturprodukt und zeigt keine Nachteile oder negative Nebenwirkungen, so dass man es gefahrlos zur Entlastung der Gicht-Symptome einnehmen kann. Auch die Muskatnuss verspricht eine Entlastung der Gicht-Symptome.

Quellen:
Dr. Mercola
Zeitschrift der American Medical Association 10. November 2010

Bildquelle: Benjamin Klack/pixelio.de

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2 Kommentare

20.05.2013 19:35 Dr Mutschler sagt:
Dazu gibt es keine klinischen Studien
18.05.2013 15:52 Peter Vietzke sagt:
Alfalfa bei Gicht
Hallo,
darf ein Marcumar-Patient Alfalfa zu sich nehmen?
Für eine Auskunft hierzu wäre ich Ihnen dankbar.
Freundliche Grüße von P. Vietzke

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