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Homöopathische Überdosis - Aktion 10:23 am 5. Februar
03.02.2011
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Die Gesellschaft für die wissenschaftliche Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) hat eine kontroverse Aktion gestartet, in der dazu aufgerufen wird, am 5. Februar (dieser Samstag), massenweise homöopathische Arzneimittel einzunehmen. Durch dieses "Event" wollen die Beteiligten beweisen, dass Homöopathie nichts weiter als ein überholtes und wirkungsloses Verfahren ist.

Das Ursprungsland der Aktion "Homöopathische Überdosis" ist Großbritannien, wo sich voriges Jahr Kritiker der Homöopathie zusammengerufen haben um sich öffentlich die homöopathischen Arzneien in Überdosis zu verabreichen. Die Idee wurde jetzt nach Deutschland verpflanzt und wird nun an diesem Samstag durchgezogen werden - in Berlin, Hamburg, München und anderen großen deutschen Städten...Eines muss man den Organisatoren schon lassen: solche Kampagnen sind ein hervorragender Stimmungsmacher für die öffentliche Meinung und sehr attraktiv für die Medienwelt. Andererseits muss man auch paar Fakten festhalten, von denen sich solche Kampagnen nicht losreißen können:


1. die homöopathischen Mittel unterliegen in Deutschland den Vorschriften des Arzneimittelgesetzes (AMG). Die kollektive, öffentliche Überdosierung könnte als Gruppenversuch ausgelegt werden und folglich als gesetzwidrig eingestuft werden. Denn für die Durchführung von Versuchen sind strenge Regeln in dem Gesetz vorgeschrieben, die bei der Aktion 10:23 nicht eingehalten werden.

2. Die Art und Weise, auf die das Event durchgeführt wird, berücksichtigt die Ansätze der Homöopathie nicht und es ist selbst für die Homöopathen offensichtlich zu erwarten, dass so eingenommene Globuli keine Wirkung zeigen werden. Denn:

  • " Bei der Homöopathie geht es nicht um eine stoffliche Wirkung im pharmazeutischen Sinne. Folgerichtig kann man bei der Gabe einer großen Menge eines homöopathischen Mittels in einer Hochpotenz auch keine vermehrte Wirkung erwarten – gleich ob 2 oder 500 Globuli eingenommen werden.
  • Die Homöopathie basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass zur Behandlung in potenzierter Form das Mittel eingesetzt wird, das bei der Arzneimittelprüfung am Gesunden möglichst ähnliche Symptome hervorruft, wie der Patient sie hat. In der Kampagne bleiben die Beschwerden der Teilnehmer jedoch völlig außer Acht." (Zitat aus der Pressemitteilung im Naturheilmagazin).

3. Laut Bericht des Nachrichtenportals www.ärzteblatt.de erfreut sich die Homöopathie steigender Beliebtheit. Das belegen Ergebnisse einer online Umfrage, die von BKKGesundheit durchgeführt wurde:
- 78% von mehr als 2.000 Befragten haben angegeben, Homöopathie zu nutzen.
- 68% haben sich einer homöopathischen Behandlung unterzogen zu haben
- 50% haben sich als "sehr zufrieden", 30% als "zufrieden" und nur 3,3% als "nicht zufrieden" mit der Wirksamkeit und Verträglichkeit der Mittel bezeichnet.

Quellen und weiterführende Informationen zu der Aktion 10:23 am 5.02.2011 finden Sie hier:


1. Naturheilmagazin

2. Natur und Medizin

3. Deutsches Ärzteblatt

4. Gesellschaft der Homöopathie-Skeptiker


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