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Liegt der Ursprung der Angst im Darm und nicht im Kopf?
04.11.2011
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Möglicherweise haben Sie bereits diese überraschende Meldung an anderen Stellen im Internet gelesen und wundern sich, warum wir darüber noch hinterher bloggen. Die Entdeckung der Zusammenhänge zwischen dem Zustand der Darmflora und der Entstehung von Angstgefühlen halten wir allerdings für genug spannend, um sie den Lesern zu präsentieren, denen die Meldung der Ärztezeitung bisher nicht bekannt war.



Tiere mit kaputter Darmflora wurden ängstlich

Die Kausalität zwischen Darmflora und Psyche haben infolge von Versuchen an Mäusen kanadische Forscher entdeckt. Bei den Mäusen, deren Darmflora durch Antibiotika zerstört wurde, hat man Verhaltensänderungen festgestellt: die Tiere wurden ängstlich und unvorsichtig.

Zusammenspiel zwischen Darm und Hirn

Die Beinträchtigung der bakteriellen Flora des Darmes hat chemische Veränderungen im Hirn verursacht. Es wurde vermehrt der Wachstumsfaktor BDNF ("brain derived neurotrophic factor") ausgeschüttet, welcher für die Entstehung von Depressionen und Angststörungen verantwortlich ist.

Der Wachstumsfaktor BDNF ist ein Protein und spielt eine bedeutende Rolle im zentralen und peripheren Nervensystem. Er bedingt die richtige Funktionsweise und Bildung von neuen Neuronen und Synapsen.

Störungen des Wachstumsfaktors BDNF können zu vielen Erkrankungen des Nervensystems führen, wie Depressionen, Schizofrenie, Angststörungen, Bulemie, Anorexia, Autismus, Demenz und Alzheimer.

Als weiteres Argument für die Richtigkeit ihrer Erkenntnisse, haben die Forscher angeführt, dass die Menschen, die an entzündlichen Darmstörungen leiden, auch öfters von Depressionen und Angsstörungen betroffen sind.

Die Ergebnisse dieser Studie sind ein weiterer Nachweis dafür, wie wichtig es für Ärzte, Therapeuten und für die Patienten selbst ist, sich ganzheitlich wahrzunehmen und zu lernen, Signale des eigenen Körpers richtig zu deuten.

Darmflora hat eine immense Bedeutung für unsere ganzheitliche Gesundheit! 

1. die Darmflora ist von wichtigen Mikroorganismen bewohnt. Diese Mikroorganismem leben in einer wechselseitigen Abhängigkeit mit dem menschlichen Organismus in "Symbiose" und werden daher als "Symbionten" bezeichnet.

2. jede 10. Zelle der Darmschleimhaut ist eine lymphatische Immunzelle

3. die gesunde Bakterienflora aktiviert unser Immunsystem

4. 80 % unseres Immunsystems werden im Darm und den Darmaußenbereichen gebildet

5. die Darmflora ernährt die oberen Schleimhautzellen

6. sie ermöglicht die richtige Aufspaltung der Nahrung

7. sie erzeugt reichliche Mengen an Nährstoffen - u.a Vitamin B1, B2, B6, B12, K, Folsäure, Biotin und Pantothensäure

8. der Dünndarm sorgt im Dickdarm für ein Milieu, in dem sich dessen Flora optimal entwickeln kann

9. Darmflora regeneriert oxidierte Vitamine und ermöglicht die Aufnahme von Vitalstoffen


10. sie baut Giftstoffe ab


12. die gesunden Darmbakterien helfen, die Nahrung richtig zu verwerten


13. die Darmflora ist wichtig für die Funktion des Lymphsystems


14. sie produziert antibiotische Schutzstoffe, die gegen den Angriff feindlicher Mikroorganismen schützen


Diese beträchtliche Liste der Gründe, warum wir auf unsere Darmgesundheit Acht nehmen sollten ist ürigens nicht abschließend! Sie soll uns den Überblick verschaffen, was die Darmflora in unserem Organismus zu leisten hat und warum wir sie in ihren Aufgaben unterstützen sollten.

 
Quelle: Entsteht Angst im Darm und nicht im Kopf?

Bildquelle: Sigrid Rossmann / pixelio.de

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