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Mit diesen Mitteln können Sie sich vor Insekten natürlich schützen
03.09.2013
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Der Sommer ist eine der schönsten Jahreszeiten überhaupt, in der die meisten Menschen ihren Urlaub genießen und sich häufiger als sonst in der Natur aufhalten. Leider genau dort trifft man aber auf die dunkle Seite des Sommers: die Insekten, deren Stiche und Bisse uns sowohl ärgerliche aber harmlose Beschwerden wie Jucken und Brennen (v.a. Mücken) als auch ernste Krankheiten wie z.B. Borreliose (v.a. Zecken) bringen können. In dem Beitrag finden Sie verschiedene Tipps, wie Sie sich vor Insekten schützen können, ohne direkt zu chemischen Schutzmitteln greifen zu müssen.

Die häufigsten Übeltäter unter Insekten

Zu den am häufigsten beißenden Insekten gehören:
  • bestimmte Mücken und Fliegen
  • Flöhe
  • Bettwanzen
  • Zecken
  • Spinnen
Beim Stechen sondern Insekten ihren Speichel ab, der zu Entzündungen und Hautblasen führen kann. Die Symptome von Insektenstichen variieren abhängig von der Art der Insekten und der individuellen Empfindlichkeit [1].

Während eine Person nur eine kleine, juckende Hautschwellung bekommt, die ein paar Tage später verschwindet, kann jemand anderes eine ernsthafte Reaktion zeigen wie knoten-und bläschenförmige Urtikaria, die sich infizieren oder wegen der Reibung zwischen Haut und Kleidung vergrößern können und so mehr Beschwerden auslösen.

Glücklicherweise kommt es ziemlich selten zu Erkrankungen durch Insektenstiche, wenn Sie in Ländern leben, die weit vom Äquator entfernt liegen wie den nördlichen Teilen von Europa, den USA und Kanada. Je näher man an den Äquator kommt, steigt die Gefahr, Krankheiten durch Mücken und andere Insekten zu bekommen wie Malaria, Schlafkrankheit, Gelbfieber, Enzephalitis oder West-Nil-Virus.

Anders sieht es bei Zecken aus, die unabhängig von Ihrer geographischen Lage Lyme-Borreliose, Babesiose oder Rocky-Mountain-Fleckfieber hervorrufen können - einige der schwersten Erkrankungen unserer heutigen Zeit. Um Zeckenbisse zu vermeiden, stellen Sie sicher, dass Ihre Hosen in Socken stecken und Sie geschlossene Schuhe tragen, wenn Sie sich in von Zecken gefährdeten Gebieten aufhalten. Zu Borreliose und Zecken konnten Sie in unserem Blog schon mehrmals lesen, unter anderem in folgenden Artikeln:


So können Sie Insektenstiche einfach vermeiden

Moskitos sind wahrscheinlich die am weitesten verbreiteten beißenden Insekten. Der beste Weg, Mückenstiche zu vermeiden ist es - lapidar gesagt - den Kontakt mit Mücken zu vermeiden.

Dies können Sie am einfachsten anstellen, indem Sie:

  • sich im Sommer nicht in der Dämmerung im Freien aufhalten (hier sind die Insekten am aktivsten)
  • helle, langärmelige Hemden/Blusen, lange Hosen, Kopftücher/Mützen und Socken tragen
  • die Nähe von stehenden Gewässern vermeiden
  • kühl und trocken wie nur möglich bleiben – denn Ihre eigene Körpertemperatur und der Hautgeruch von Milchsäure locken ebenfalls die Insekten an. Diese Lockmittel werden zusätzlich verstärkt, wenn Sie verschwitzt sind.

Die amerikanische Mosquito Control Association (AMCA) hat einen hilfreichen Katalog mit Maßnahmen erstellt, um Mückenbrutplätze auf Ihrem Grundstück zu verhindern [2]:

  • alle Quellen von stehendem Wasser um Ihr Haus, Ihren Garten, auch aus Fressnäpfen, Dachrinnen, Müll- und Recycling-Behältern, Ersatzreifen, Vogeltränken usw. beseitigen
  • helle, locker sitzende Kleidung tragen, denn solche bietet den besten Schutz vor Mücken
  • Ringelblumen rund um den Garten pflanzen: Ringelblumen wirken wie Insektenspray, weil ihre Blüten einen Duft verströmen, der Insekten nicht gefällt. So haben wir die Möglichkeit, auf die Verwendung von chemischen Insektiziden zu verzichten! Die meisten herkömmlichen Insektizide enthalten nämlich die giftige Chemikalie DEET [3].

Gesundheitliche Gefahren durch chemische Insektenschutzmittel 

DEET

Derzeit wird DEET (N-Diethyl-meta-toluamid) in mehr als 230 verschiedenen Produkten eingesetzt. Der Dekan des University Medical Center, der Pharmakologe Mohamed Abou-Donia erforschte 30 Jahre lang die Auswirkungen von Pestiziden. Er entdeckte, dass längere Exposition gegenüber DEET die Zellfunktionen in Teilen des Gehirns beeinträchtigen kann, was in Labortests an Ratten demonstriert wurde, die Verhaltensänderungen aufwiesen.

Besonders Kinder sind für Veränderungen im Gehirn empfindlich. Ihre dünne Haut absorbiert leichter Chemikalien aus der Umwelt, welche die Entwicklung des Nervensystems schnell beeinträchtigen können. Andere mögliche Nebenwirkungen von DEET Exposition sind u.a.:

  • Gedächtnisverlust
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschwäche und Müdigkeit
  • Atemnot
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Tremor

Permethrin

Eine weitere, potenziell schädliche Chemikalie, die in zahlreichen Insektensprays gefunden wird, ist Permethrin [4].  Diese Chemikalie ist ein Mitglied der synthetischen Pyrethroid-Familie, die alle Neurotoxine umfasst.

Gesundheitliche Risiken, die sich mit Permethrin verbinden, sind:

  • Lungentumore
  • Lebertumore
  • Probleme mit dem Immunsystem
  • Chromosomenanomalien

Permethrin ist auch schädlich für die Umwelt:

  • es ist besonders giftig für Bienen und viele Wasserorganismen.
  • es sollte auch angemerkt werden, dass Permethrin hochgiftig bei Katzen [5] wirkt. Es wird als Zutat in einigen topischen (zur örtlichen Anwendung) Floh-Produkten verwendet - wenn Sie also auf dem Etikett den Warnhinweis finden: "nur für Hunde", dann enthält dieses Produkt wahrscheinlich Permethrin.


Mit diesen natürlichen Mitteln können Sie sich vor Insekten schützen:

  • Zimtblätteröl (eine Studie fand heraus, dass Zimtblätteröl Insekten effektiver abtöten kann als DEET)
  • klare Mischung aus Vanille-Extrakt mit Olivenöl 
  • Sie waschen sich mit Zitronengras-Seife und geben dann ein 100% reines ätherisches Citronella-Öl auf Ihre Haut
  • verwenden Sie Katzenminze-Öl (nach einer Studie ist dieses Öl 10 mal wirksamer als DEET) [6]
  • Eine Mischung aus natürlichen Pflanzenextrakten aus Citronella, Zitronengras, Pfefferminzöl und Vanillin ist ein natürliches Insektenspray gegen Mücken, Flöhe, Zecken und andere stechende Insekten. In einer unabhängigen Studie wurde gezeigt, dass dieses Insektenspray wirksamer ist als ein Produkt, das 100 % DEET enthält. Obendrauf ist es auch gesünder und sicherer für Sie, Ihre Kinder und Ihre Haustiere.


Behandlung von Bissen und Stichen mit Kräutern und anderen natürlichen Mitteln

Glücklicherweise gibt es viele Kräuter und andere natürliche Mittel, die auf die Haut beruhigend wirken. Viele davon haben entzündungshemmende Eigenschaften. Versuchen Sie bei Mückenstichen daher folgende Mittel:

Aloe vera:

Es enthält über 130 Wirkstoffe und 34 Aminosäuren.

Calendula:

Ein Kraut mit beruhigenden, feuchtigkeitsspendenden und regenerierenden Eigenschaften.

Kamille:

Das beruhigendste Kraut von allen, ob in einem Tee verwendet oder auf die Haut aufgetragen. Es ist reich an Bioflavonoiden, Apigenin, Luteolin und Quercetin.

Zimt:

Neben einer möglichen Abwehr von Stechmücken hat Zimt antibakterielle und antimykotische Eigenschaften.

Gurken:

Sind hilfreich für die Reduzierung der Schwellung.

Roher Bio-Honig:

Eine besonders leistungsstarke Sorte ist Manuka Honig aus Neuseeland. Die Bienen dort ernähren sich von Blüten des Manuka-Strauches, der bekannt ist als "Tea Tree" (Teebaum).

Lavendel:

Eines der beliebtesten ätherischen Öle wegen seinem beruhigenden Duft. Lavendel wirkt antimikrobiell und beruhigend für die Haut.

Neem-Öl:

Wirksam gegen Pilze, Furunkel, Ekzeme und Flechten, und es hilft auch gut bei Insektenstichen.

Teebaumöl:

Hilfreich bei heilenden Schnittwunden, Verbrennungen, Infektionen und einer Vielzahl von anderen Hauterkrankungen. Es hat auch eine gute antimikrobielle Wirkung.

Basilikum:

Enthält Kampfer und Thymol: zwei Verbindungen, die den Juckreiz lindern. Entweder zerdrücken Sie einige frische Kräuter und legen diese direkt auf den Biss, oder nutzen Sie das ätherische Öl zur Anwendung.

Zitrone und Limette:

Beide haben eine Anti-Juckreiz-Wirkung und sind antibakteriell und antimikrobiell.

Wichtig: Anwendung von Säften aus Zitrusfrüchten auf der Haut sollte vermieden werden, wenn Sie im Freien sind, da eine Blasenbildung auftreten kann, sobald Sie sich dem Sonnenlicht aussetzen.

Pfefferminz-Tee:

Ein kühlendes Gefühl durch den Pfefferminz-Tee hemmt den Juckreiz und lindert ihn, zumindest vorübergehend. Verwenden Sie ätherisches Öl oder frisch zerriebene Minzblätter.

Auch das Auflegen eines gekühlten Teebeutels direkt auf der Biss-Stelle kann helfen, da die Gerbstoffe im Tee die Schwellungen reduzieren.


Bei Insektenbissen am ganzen Körper

Legen Sie sich ein eine Badewanne mit warmem Wasser, dem Sie Apfelessig hinzugefügt haben. Die Säure des Essigs kann helfen, den unerträglichen Juckreiz zu lindern.

Sie können auch etwas Backpulver mit einer kleinen Menge Wasser und Hamamelis mischen, um eine Paste herzustellen, die Sie direkt auf die Biss-Stellen auftragen. Diese Mischung kann Schwellungen effizient reduzieren.


Akuten Schmerz mit Hitze und Kälte lindern

Eis oder Hitze sind weitere Optionen zur Linderung der Beschwerden durch Insektenstiche:
  • Das Auflegen eines einfachen Eisbeutels auf schmerzhafte Insektenstiche kann die Behandlung mit Schmerzmitteln ersetzen. Für leichte lokale Reaktionen reinigen Sie die Bissstelle und legen Sie eine kalte Kompresse auf [7].
  • Alternativ erhitzen Sie etwa eine Minute lang einen Löffel unter heißem Leitungswasser und drücken Sie diesen dann für ein paar Minuten gegen die Biss-Stelle [8].


Quellen und Referenzes

[1] http://www.webmd.com/allergies/ss/slideshow-bad-bugs
[2] http://www.mosquito.org/assets/amca%20fact%20sheet%20v2%20web.pdf
[3] http://static.ewg.org/reports/2013/bug_repellents/2013_EWGs_Guide_to_Bug_Repellents.pdf
[4] http://healthland.time.com/2013/07/17/bugs-be-gone-whats-really-in-bug-spray/
[5] http://www.vetprof.com/clientinfo/permethrincats.html
[6] http://www.sciencedaily.com/releases/2001/08/010828075659.htm
[7] http://www.scientificamerican.com/podcast/episode.cfm?id=ice-is-nice-for-insect-bites-12-04-16
[8] http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3257884/

Autor: Dr. Rainer Mutschler
Bildquelle: Uwe Bergeest  / pixelio.de

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1 Kommentare

06.09.2013 21:09 Maria Zellner sagt:
Vor Insekten schützen
Wenn ich gleich zu Anfang lese, dass Spinnen zu den häufigsten Übeltätern gehören, vergeht mir die Lust zum Weiterlesen. Spinnen sind überaus nützliche Tiere, die allenfalls dann den Menschen etwas zwicken, wenn sie sich von ihnen bedroht fühlen. Passierte mir in meinem Leben erst einmal, als ich eine Pflanze anfasste und dabei eine beachtlich große Spinne beinahe zerquetscht hätte, und das war total harmlos. Spinnen machen keine Jagd auf Menschen, weil sie gar nicht in ihr Beuteschema passen. Dagegen fangen sie jede Menge Stechmücken!

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