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Mitochondriopathie – ist das eine neue Krankheit?
17.12.2013
mitochondrium
Mitochondriopathien sind Erkrankungen, die ihre Ursache in den Zellen haben: Die Mitochondrien, das sind klitzekleine Zellbestandteile, die vor allem für die Energieproduktion in den Zellen verantwortlich sind, funktionieren nicht richtig. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Die Medizin kannte lange Zeit nur die vererbbaren Mitochondriopathien, die durch beschädigte oder veränderte Gene entstanden sind. Heute nennt man diese Mitochondriopathien „primäre Mitochondriopathien“. Sie treten meist früh in der Kindheit mit massiven Symptomen an vor allem sehr energiebedürftigen Organen zutage (Nervenerkrankungen, Muskelschwäche, Augenprobleme, Gehirnerkrankungen u.v.m.).

Sekundäre Mitochondriopathie

Eine andere Form der Mitochondriopathie ist die sogenannte erworbene oder sekundäre Mitochondriopathie. Auch bei ihr dreht es sich um Schäden an den Mitochondrien, die jedoch durch Umwelteinflüsse im Verlauf des Lebens entstanden sind. Solche Einflüsse können zum Beispiel Schwermetallbelastungen, andere Gifte, chronische Infektionen und manches mehr sein. Die Symptome dieser „neuen“ sekundären Mitochondriopathie sind hingegen alles andere als neu: Allergien, Autoimmunerkrankungen, Depressionen, Burn-out, Herz- und Gefäßerkrankungen und vieles mehr haben ihre Ursache (auch) in einer sekundären Mitochondriopathie. Man könnte sogar sagen, dass alle chronischen und Multiorganerkrankungen sowie alle sogenannten „Zivilisationserkrankungen“sekundäre Mitochondriopathien sind.


Wie kann das sein, dass eine „neue“ Krankheit bei altbekannten Beschwerden eine Rolle spielt?

Eigentlich ist die Antwort recht einfach: Man hat es lange nicht gewusst. Erst in den letzten Jahrzehnten sind neue Erkenntnisse zum Mitochondrien- und Zellstoffwechsel gewonnen worden, die uns tiefere Einblicke in die Entstehung von Krankheiten geben. Viele dieser Erkenntnisse deuteten sich schon länger an in den Erfolgen der praktischen Erfahrungsmedizin, die jedoch bis dato keine wissenschaftliche Grundlage hatten und daher nicht anerkannt wurden. Dies ändert sich aktuell.

Die medizinische Forschung bringt fast täglich neue Erkenntnisse zu Mitochondrien und ihrer Bedeutung im Zellstoffwechsel und bei der Entstehung von Krankheiten. Die Regenerative Mitochondrien-Medizin orientiert sich an diesen Forschungsergebnissen. Somit haben wir heute mit diesem neuen Gebiet der Medizin viele gute Möglichkeiten an der Hand, altbekannte Krankheiten auf der Ebene der Mitochondrien und der Zellen neu zu behandeln und ursächlich zu heilen.

Die Regenerative Mitochondrien-Medizin korrigiert den aus dem Ruder gelaufenen Zellstoffwechsel, hilft die geschädigten Mitochondrien zu regenerieren oder sie zu beseitigen und die Entwicklung von neuen zu fördern. Dies ist eine Riesenchance für die Medizin, die gerade bei Multiorganerkrankungen, chronischen Erkrankungen und Zivilisationserkrankungen leider nicht sehr erfolgreich ist.

Welche Erkrankungen beruhen auf einer sekundären Mitochondriopathie und können von der neuen Regenerativen Mitochondrien-Medizin profitieren?

Allergien

Allergien zeigen ein überschießendes Immunsystem an, dass immer mit einem massiven entzündlichen Prozess einhergeht. Damit steht der Körper unter einer hohen Radikalen-Belastung, was die Mitochondrien schädigt. Hier gilt es, die auslösende Belastung zu finden und auszuschalten und die Schäden zu begrenzen.

Autoimmunerkrankungen

Auch hier handelt es sich um Erkrankungen, bei denen das Immunsystem falsch agiert, es richtet sich gegen den eigenen Körper. Entzündungen sind auch hier wesentliche Wegbereiter der Erkrankung, die immer auch eine Zerstörung der Mitochondrien bewirken. Beispiele sind:
  • Rheumatoide Erkrankungen,
  • Colitis ulcerosa,
  • Diabetes mellitus Typ I,
  • Hashimoto-Thyreoiditis,
  • Morbus Basedow,
  • Morbus Crohn,
  • Morbus Basedow,
  • Sjögren-Syndrom,
  • Lupus erythematodes,
  • Vitiligo, Alopecia,
  • chronische Gastritis
  • u.v.a.

Die Regenerative Mitochondrien-Medizin setzt hier bei den Grundlagen an, entlastet und unterstützt den Körper und seine Zellen und beruhigt damit das Immunsystem. Wie weit eine Heilung möglich ist, hängt von dem Krankheitsfortschritt ab. Eine Verbesserung ist meist erreichbar.

Neurodegenerative Erkrankungen

Schäden an Nerven und Gehirn können viele unterschiedliche Symptome hervorrufen, Alzheimer-Demenz oder Parkinson gehören dazu, aber auch Multiple Sklerose und manche Erkrankungen des Bewegungsapparates bzw. der Muskulatur (Amyotrophe Lateralsklerose, spinale Muskelatrophie, Myasthenien, etc.).

Nervengewebe ist stark energieabhängig und damit immer mit betroffen, wenn die Mitochondrien nicht mehr richtig arbeiten können. Schon länger anhaltende leichte Gedächtnislücken und Konzentrationsstörungen zeigen einen Mangel in den Nervenzellen an. Je frühzeitiger hier mit geeigneten Maßnahmen gegengesteuert wird, desto besser für den Gesamtverlauf.

Burn-out

Das Burn-out-Syndrom ist ebenfalls eine Mitochondriopathie. Obwohl diese Erkrankung derzeit in der Medizin vollkommen in der psychologischen bzw. psychotherapeutischen Behandlung untergebracht ist, wissen wir (und auch die Erkrankten), dass jeder Burn-out-Fall immer auch körperliche Erschöpfungssyndrome zeigt. Denn genau hier liegt eine wesentliche Ursache des Problems: Die Mitochondrien sind aus irgendwelchen Gründen nicht mehr in der Lage, den Körper mit ausreichend Energie zu versorgen. Burn-out lässt sich daher mit der Regenerativen Mitochondrien-Medizin hervorragend behandeln und gibt den Patienten bald wieder mehr Kraft, um die psychische Seite des Problems anzugehen


Depressionen

Depressionen sind häufig auf ein gestörtes Stoffwechselgeschehen in den Nerven- und Gehirnzellen zurückzuführen und daher eine fast immer auftretende Begleiterscheinung bei Mitochondriopathien. Wer das Chaos in den Zellen in Ordnung bringen kann, der beendet meist auch seine Depression. Die Mitochondrien-Medizin ist hier eine wertvolle Hilfe.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Bei diesen „Zivilisationserkrankungen“ haben die herkömmliche Medizin und die Pharmakologie sehr viele Therapieoptionen, die jedoch alle lediglich die Symptome beeinflussen und nicht das Grundübel beachten. Der Stoffwechsel und vor allem die Mitochondrien sind geschädigt.

Das Herz ist ein Organ mit einem sehr hohen Energiebedarf und hat daher extrem viele Mitochondrien in seinen Zellen. Darüber hinaus ist die Herzfunktion natürlich stark von elektrischen Vorgängen und den versorgenden Nerven abhängig. Auch an diesen Geweben spielen die Mitochondrien eine große Rolle (s.o.). Kommt es bei den kleinen Zellbestandteilen zu Schäden, dann ist das Herz zu schwach für seine tagtägliche Arbeit. Es kommt zu unregelmäßigen Schlägen, Vorhofflimmern und mehr. Auch die gefürchtete Arteriosklerose und ihre Folgen (Herzinfarkt, Schlaganfall) hängen nicht mit dem „bösen“ Cholesterin zusammen, wie immer noch erzählt wird, sondern mit einem falschlaufenden Stoffwechsel.

Diabetes mellitus Typ II

Der Typ-II-Diabetes (früher Altersdiabetes, heutzutage jedoch schon bei sehr vielen jungen Leuten verbreitet) ist eine Stoffwechselerkrankung, die viele Ursachen hat. Eine Mitochondriopathie gehört immer auch dazu. Wer sich bei Diabetes Typ II einer Behandlung nach den Maßgaben der Regenerativen Mitochondrien-Medizin unterzieht, der hat gute Chancen auf eine vollständige Genesung – vorausgesetzt, es liegen noch keine Folgeschäden der Erkrankung vor.


Weitere Krankheiten, die mit einer Mitochondriopathie im Zusammenhang stehen

Die Liste der Krankheiten, bei der sekundäre Mitochondriopathien eine Rolle spielen, ließe sich noch lange fortschreiben: Chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS, bzw. heute eher Myalgische Enzephalomyelitis ME genannt), Fibromyalgie, Krebs, Asthma, chronische Augenerkrankungen wie Grauer und Grüner Star (Glaukom und Katarakt) und auch die altersbedingte Makuladegeneration (AMD), und viele mehr. Sie alle sind (auch) Mitochondriopathien, die mit der Regenerativen Mitochondrien-Medizin behandelbar sind und damit zumindest zu einer Verbesserung der Situation kommen können.

Letztendlich kann jeder Erkrankte davon profitieren, wenn der Stoffwechsel seiner Zellen und Mitochondrien unterstützt und in die richtigen Bahnen gelenkt wird. Nur auf diesem Wege kann der Körper sich selbst regenerieren und langfristig auch heilen.

Autor: Dr. Rainer Mutschler
Bildquelle: juggle33 / Clipdealer

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1 Kommentare

21.06.2015 12:47 kadejott sagt:
erworbene Mitochondriopathie
Es ist mitnichten so, wie es im Artukel dargestellt wird, daß diese Sekundärschädigung der Mitochondrien in der Medizin nicht bekannt gewesen sei.
Professor Dr. Rolf Luft, ehemals Mitglied und Vorsitzender des Nobelpreis-Kommitees, tätig am Karolinska Institut Stockholm, hat bereits Anfang der 60er Jahre darüber ausführlich referiert. Die Schulmedizin hat das aber bisher erfolgreich ignoriert.

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