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Schulterschmerzen, Herzrasen oder Gedächtnistörungen - Fälle für den Zahnarzt?
03.10.2010
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Verträglichkeit von Kunststoff-Füllungen und -Klebern (Kompositen): Praxisbericht von Dr. Just Neiss, Zahnarzt in Heidelberg

Komposite gelten im Allgemeinen als verträglich. Ob diese Auffassung zurecht besteht, wird erst die Zukunft erweisen, denn weiterhin sind ihre biologischen Wirkungen weitestgehend ungeklärt und Forscher mahnen immer wieder "weitere Untersuchungen" an. Dr. Just Neiss beschreibt in seinem sehr nachdenklich stimmenden Artikel, wie auf der Basis kinesiologischer Diagnostik erstaunliche Ergebnisse erzielt werden können und warum er für eine Neubewertung des Risikopotentials der Komposite plädiert.


Gesundheitliche Risiken oder Beeinträchtigungen durch Füllungen lassen sich wissenschaftlich anscheinend schwer nachweisen. Wie anders ist sonst zu erklären, dass trotz positiver Datenlage das Thema Amalgam immer noch kontrovers diskutiert wird, obwohl Quecksilber und alle anderen Bestandteile im Sinne chemischer Nachweisbarkeit sehr einfache Stoffe sind?


In Anbetracht dessen scheint es nahezu unmöglich, den um ein Vielfaches komplexeren Metabolismus von Kunststoff-Materialien mit ihren unterschiedlichen Bestandteilen und Strukturen zu erforschen. Obwohl (oder weil?) ihre biologischen Wirkungen weitestgehend unerforscht sind und trotz allen Wissens um das toxische, allergische und mutagene Potential ihrer
Inhaltsstoffe wird das (Krankheits-)Risiko für den Patienten als gering bewertet [1,2,3].

„...Aus dieser Datenlage kann man folgern, dass Komposit-Kunststoffe systemisch nicht toxisch sind...."[2]. In diesem Zusammenhang sollte allerdings folgendes berücksichtigt werden: Um systemische Wirkungen von Komposit-Kunststoffen am Menschen prüfen zu können, bedarf es geeigneter wissenschaftlicher Methoden.

Diese stehen gegenwärtig jedoch nicht zur Verfügung. Infolgedessen werden in der gesamten Forschung ersatzweise Versuchstiere untersucht - üblicherweise Mäuse und Ratten, bei denen man die Dosis der Testsubstanz bestimmt, die bei 50% der Versuchstiere zur Letalität führt [4].

Entsprechend zurückhaltend wird die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den Menschen beurteilt, die dann bestenfalls äußerst allgemeine Risikoabschätzungen zulassen. Das heißt, für uns Menschen gibt es bisher keine verlässlichen, wissenschaftlichen Daten über mögliche systemische Wirkungen - und kann es gegenwärtig nicht geben. Alle verfügbaren Daten bezüglich Biokompatibilität beziehen sich auf lokale Untersuchungen, meistens an isolierten Zellen [4].


Da ich nicht in der wissenschaftlichen Forschung, sondern als niedergelassener Zahnarzt tätig bin, berichte ich nachfolgend von meinen Beobachtungen, Erfahrungen und Ergebnissen aus der Praxis und möchte ausdrücklich auf mögliche Zusammenhänge zwischen Kunststoff-Materialien
und gesundheitlichen Beeinträchtigungen verschiedenster Art hinweisen.


Eine Fallgeschichte mit Folgen

Auf systemische Wirkungen von Kompositen ("Kunststoff"-Füllungen und -klebern) wurde ich aufmerksam durch einen 15-jährigen Jungen, der immer ein guter Schüler gewesen war und nie Probleme mit dem Lernen gehabt hatte, dann aber überraschend das letzte Schuljahr hatte wiederholen müssen. Und nun sah es so aus, als ob auch die Versetzung am Ende der Wiederholerklasse gefährdet sei.


Sein Zustand: Starke Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Schlappheit und Müdigkeit in ungekanntem Ausmaß, dazu migräneartige Kopfschmerzattacken mit Licht- und Geräuschempfindlichkeit sowie Infektanfälligkeit. In einem Gespräch mit der Mutter entstand die Hypothese, dass all diese Symptome vielleicht mit seiner festsitzenden Spange in Zusammenhang stehen könnten, denn sie hatten etwa zwei Monate nach Einsetzen dieser Spange begonnen - und waren nicht weniger, sondern allmählich stärker geworden.

Aufgrund dieser Hypothese führten wir einen störfelddiagnostischen kinesiologischen Direkttest an einigen der 28 Klebestellen durch. Das Ergebnis war jeweils eine starke Regulationsstörung - das heißt, der „Kleber" wirkte als permanenter Stressfaktor. Nach Entfernung aller Brackets besserte sich die Symptomatik bereits schlagartig auf etwa 50% des vorherigen Niveaus, was sowohl Freude als auch Enttäuschung auslöste. Da keine weitere Besserung eintrat, führte ich einige Wochen später den Test noch einmal durch.


Ergebnis: Jeder Zahn war noch durch Komposit („Kunststoffkleber") belastet. In drei mühsamen Sitzungen wurden dann sämtliche noch verbliebenen Kleberreste entfernt, ständig begleitet von kinesiologischen Tests, um die Restbelastung zu minimieren. Das Ergebnis war eine Gesamtbesserung um 80 - 90 %. Die Versetzung hat er übrigens geschafft. Diese Geschichte war sehr eindrücklich für alle Beteiligten. Für mich wurde sie zum Impuls, systematisch nach Zusammenhängen zwischen Kompositen und Symptomen jeglicher Art zu fahnden.

Im Laufe der darauf folgenden fünf Jahre konnten wir weitere vielfältige systemische Wirkungen beobachten, die sich jeweils eindeutig zuordnen ließen (auf die Eindeutigkeit gehe ich später ein): Unterschiedlichste Schmerzsymptomatiken, die meist lokal sehr eng umgrenzt sind, an Kopf, Schulter, Ellbogen, Rücken, Hüfte, Knie und Fuß, Organsymptome an Herz, Augen, Mamma, Prostata und Blase, Bein-Ödeme, Hautreaktionen, Lebensmittel Allergien, Energiedefizit, Schwindel, Übelkeit, menstruelle Dysregulation, Bluthochdruck und Herzrasen. Eine einzige Füllung kann auch zugleich (Mit-)Ursache mehrerer Symptome sein - z.B. von Kopf und verschiedenen Gelenkschmerzen.


Quelle:

Verträglichkeit von Kunststoff-Füllungen und -Klebern (Kompositen): Schulterschmerzen, Herzrasen oder Gedächtnistörungen - Fälle für den Zahnarzt?, Artikel als PDF (Größe 72 KB) auf der Homepage der GZM (Internationale Gesellschaft für ganzheitliche Zahnmedizin)

Bild by: Maren Be Ler/pixelio.de

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4 Kommentare

14.10.2014 20:21 Beate sagt:
Allergien
Hallo Margit, hört sich ganz nach Zöliakie an. Hatte ähnliche Beschwerden. Unbedingt auf alles glutenhaltige verzichten, besonders Weizen. Versuch lohnt sich!
Gute Besserung
Beate
23.09.2014 10:38 Margit sagt:
Gelenkschmerzen+ Allergie
Ich bin seit 2012 nun schon zweimal in der Schulter operiert worden(Impingementsyndrom) mit dem Erfolg das ich noch immer Schmerzen habe, und ich mir nicht sicher bin ob es überhaupt notwendig war.Habe vorher auch schon mindestens 20 Sitzungen bei einem Physiotherapeuten gemacht ohne Erfolg. Nun bin ich auf ihr Seite gekommen. Meine Frage wäre: Gibt es in Österreich auch wem der das Testen kann ob die Schmerzen von den Zahnfüllungen kommen kann. Habe viele Kunststofffüllungen und mittlerweile nur mehr eine Amalgamfüllung bzw. habe ich mehrere Kronen. Allergien habe ich seit meinen 20. Lj (43) und sie werden stets mehr zur Zeit habe ich auch schon Nahrungsmittelunverträglichkeiten wobei mein Hausarzt sagt da muss ich selber drauf kommen was ich vertrage und was nicht. Nur leider ist es so das ich bald nicht mehr weiß was ich noch essen kann. Denn egal was ich esse bekomme ich entweder nach einer halben Stunde oder nach einen halben Tag einen Blähbauch oder mir wird gleich nach dem Essen schlecht. Schön langsam weiß ich nicht zu wem ich behandeln gehen soll. Habe schon ziemlich viel auf Alternativ gemacht aber es kommt halt immer wieder.Danke für Ihre Information.
15.03.2011 18:39 Dr Mutschler sagt:
Ihre Anfrage
Liebe Frau Weizel,
das klingt alles sehr dramatisch und gehört nach meiner Einschätzung wirklch dringend getestet.
Ein ganzheitlicher Zahnarzt,- zB wie bei uns im CFI Speyer,- kann ganz genau testen, wie weit die Zähne an Ihren Beschwerden beteiligt sind.
Dann kann man, je Priorität der einzelnen gefundenen Punkte, Ihnen sehr genau raten, was getan werden kann.
Bei Bedarf, wenn Sie weit weg wohnen,- können wir Ihnen helfen, einen solchen Zahnarzt zu finden.
Mit freundlichen Grüßen
Dr Mutschler
14.03.2011 13:16 Weizel sagt:
Schmerzen
Guten Tag,
ich habe grade Ihr Artikel über "Schulterschmerzen, Herzrasen oder Gedächtnistörungen - Fälle für den Zahnarzt" gelesen.
Ich weiß es nicht ob das mich auch betrift? Ich bin 36 Jahre alt, habe zwei Kinder, komme aus Russland im( 1998 Jahr) Seit 2008 habe ich mit meiner erste Zahnimplantation angefangen, der wurde im Jahr 2010 im Juni abgeschlossen mit Krone.
Ich habe im Jahr 2008 nach Knochenimplantation im Oberkifer eine Allergie bekommen habe auf ( Vanilie, Parabene, Caliumdichromaten. Ein Jahr später noch dazu Hausstaubmillbenallergie. Dazu hat meine Schleimhaut immer negativ rteagiert hat mit zu viel (gelblich) Schleimproduktion im Hals und Nase. Meine Magenschmerzen waren auch da. Und das schlimmste war Diagnose von Hashimoto. Nach Befestigung von meiner Zahnkrone im Sommer 2010 hat das ganze mit meinem Körper angefangen. Herzrassen ( Hals, Brust), Innerliche Zittern, Angstzustand, Müdigkeit, Suizidgedanken ( oft), Schmerzen auf ganze rechte Seite des Körpers (von Kopf mit Ohr, Hals, Schulter, Rükcen bis zum Fuß) begleitend mit Kribbeln (am Fuß und Hand).
Meine Zahnärztin meint, dass alles entsteht durch meine 8mm. schiffe Becken, dadurch leidet mit mein Kiefer ( trage zur Zeit eine Schine im Unterkiefer). Sie hat mir eine Physiotherapie verordnet mit (Manuellemassage)es ist sehr schmerzhaft, hilft nur für paar Tagen.
Ich bin sehr verzweifelt. Werde mich sehr freuen wenn Sie mir antworten.
Gibt es alternative Methoden so was zu untersuchen woran das ganze Problem liegt?
Mit freundlichen Grüßen

Nora Weizel

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