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Unverträglichkeiten und Allergien von Nahrungsmitteln
06.04.2010
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Ein Nahrungsmittel kann für den einen Menschen gut verträglich sein - bei einem anderen löst es Beschwerden aus. Es gibt einen Unterschied zwischen Unverträglichkeit und Allergie. Durch die Art der Entstehung kann man erkennen, was nun vorliegt. 

Die Nahrungsmittelallergien

Bestimmte, normalerweise unschädliche Nahrungsmittel oder einzelne Bestandteile lösen bei den Betroffenen eine immunologische Überreaktion aus. Dies kann angeboren sein oder wird im Lauf des Lebens erworben. Solche Allergien müssen nicht lebenslang bestehen, sie können nach einiger Zeit spontan verschwinden.

Auslöser sind vielfach die Proteine in Lebensmitteln. Eiweiß hat im Vergleich zu Kohlenhydraten oder Fetten die stärkste immunogene Wirkung, da es in Bau und Zusammensetzung relativ "körperfremd" im Vergleich zu den körpereigenen Proteinen ist.

Häufig sind allergische Reaktionen auf diese Lebensmittel:
- Kuhmilch, Hühnerei (Eiklar), Fisch (z.B. Dorsch, Garnelen), Nüsse (Erdnüsse) und Sojaeiweiß
- Gemüse (u.a. Sellerie), Früchte (vor allem Steinobst), Getreideprodukte,
- Gewürze, Kräuter und Samen
- importierte Lebensmittel, z.B. exotische Früchte, Gemüse, Hülsenfrüchte

Mögliche Auslöser

Auslöser können z.B. Früchte, Gemüse, Nüsse, Kräuter, aber auch versteckte Allergene in Lebensmitteln, z.B. Schimmelpilze, sein. Auch Zusatzstoffe, Rückstände von Chemikalien (aus Tier- und Pflanzenaufzucht), Substanzen, die bei der Herstellung und Verpackung von Lebensmitteln verwendet werden oder durch falsche Lagerung entstehen, können Reaktionen auslösen.

Hauptsächlich betroffen sind die Haut, Atmungsorgane, der Magen-Darm-Trakt oder das Herz-Kreislauf-System. Da die Symptome individuell unterschiedlich sind und auch anderen Krankheiten zugeordnet werden können, ist die korrekte Diagnose oft nicht leicht oder erst nach einiger Zeit zu stellen.

Allergische Reaktion

Eine allergische Reaktion entsteht nicht beim ersten Verzehr eines Lebensmittels oder einer Substanz, sondern nach mehrmaligem Kontakt. Dies ruft bei einigen Menschen eine Sensibilisierung bzw. eine Fehlreaktion des Immunsystems hervor. Von anderen tolerierte Stoffe lösen bei Betroffenen heftige Reaktionen und Entzündungen aus. Dabei spielen sogenannte Mediatoren, z.B. Histamin und Serotonin, eine Rolle.

Wenn die allergischen Symptome nach wenigen Minuten auftreten, sind sie schnell als Nahrungsmittel-Allergie zu erkennen. Symptome können aber auch erst nach etwas längerer Zeit, Stunden oder sogar einige Tage später nach dem Kontakt auftreten. Das kann die Diagnose erschweren.

Typische Reaktionen entstehen meist an der Haut mit Rötungen, Schwellungen oder Juckreiz, weiter können Atemwegs-Beschwerden, Bauchschmerzen, Störungen im Herz-Kreislauf-System, Kopfschmerzen und Migräne entstehen.

Die Symptome klingen meist nach etwa einer Stunde ab. Der Schweregrad ist unterschiedlich, er reicht von leichten Beschwerden bis zu lebensbedrohlichen Schockreaktionen.

"Reine" Allergien auf eine bestimmte Substanz sind selten, meist treten allergische Reaktionen bei Kombinationen bestimmter Lebensmittel oder in bestimmten Situation auf, z.B. zusammen mit Kälte, Wärme, Anstrengung oder Alkohol.

Viele Allergiker leiden unter Kreuzreaktionen. Pollenallergiker reagieren beispielsweise nicht nur auf bestimmte Pflanzenpollen, sondern oft auch auf pflanzliche Lebensmittel. Wer etwa auf Birke, Hasel und Erle allergisch ist, hat oft auch Beschwerden beim Verzehr von rohem Obst und Gemüse (Äpfel, Pfirsiche, Kirschen, Kiwi, Sellerie, Karotten oder Nüsse).


Nahrungsmittel-Intoleranzen

Unverträglichkeiten (Intoleranzen) von Nahrungsmittelallergien lassen sich von Nahrungsmittelallergien deutlich unterscheiden, da das Immunsystem bei diesen Reaktionen unbeteiligt ist. Die Symptome sind jedoch ähnlich, es können Hautrötungen, Quaddeln, Kopfschmerzen etc. entstehen.

Diese Intoleranzen werden daher oft als pseudoallergisch bezeichnet. Die Reaktionen treten meist bereits bei (dosisabhängigem) Erstkontakt auf. Dies kann genetisch bedingt sein, eventuell spielen auch Umwelteinflüsse als Auslöser eine Rolle.

Bekannte Auslöser von Nahrungsmittel-Intoleranzen:

- Lebensmittelzusatzstoffe
- Einige Farbstoffe, die in Lebensmitteln oder Arzneimitteln verwendet werden, z.B. Tartrazin
- Konservierungsstoffe, z.B. Benzoesäure und deren Salze, sind teilweise in Früchten und Gemüse vorhanden
- Schwefelverbindungen, z.B. Schwefeldioxid, sind evtl. in Wein, Bier und Trockenfrüchten etc. enthalten
- Glutamat (China-Restaurant-Syndrom), ist u.a. in Sojasauce enthalten
- Lebensmittel, die verstärkt Histamine im Körper freisetzen, z.B. Erdbeeren, Citrusfrüchte, Tomaten und Schokolade
- Biogene Amine (u.a. Histamin und Serotonin), sind u.a. in Rotwein, Käse, Fisch und Räucherwaren enthalten
- Acetylsalicylsäure (ASS) in Medikamenten, die natürlich vorkommende ASS in Früchten, Gemüse und Gewürzen wirkt jedoch selten pseudoallergen.

 

Bild by: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

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