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Warum wir zu viel essen, und wie wir dies stoppen können
05.08.2014
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Neuere Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass Kalorien aus Brot, raffiniertem Zucker und verarbeiteten Lebensmitteln die Überernährung fördern, während Kalorien aus frischem, ganzem Gemüse, Eiweiß und Faserstoffen die Hungergefühle verringern.

Kalorien sind nicht gleich Kalorien, daher funktioniert es auch nicht, wenn versucht wird, Gewicht allein durch Kalorienzählen zu verlieren. Adipositas hat etwas mit dem Widerstand gegen das Hormon Leptin zu tun, das den Appetit regelt, hilft Kalorien zu verbrennen und die Körperfettwerte zu regulieren.

Der Forscher und Neurobiologe Dr. Stephan Guyenet1beschreibt in einem seiner Vorträge über die Fettleibigkeit, dass die Adipositas-Epidemie in enger Verbindung der Erhöhung des täglichen Kalorienverbrauches liegt. Er kommt zu dem Schluss, „dass die „menschliche Gehirn-Hardware“ nicht ausreicht, um moderne, verarbeitete Lebensmittel von frischen Lebensmitteln zu unterscheiden“.

Neueste Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass das, was Sie essen, einen großen Unterschied machen kann, und nicht so sehr, wie viel Sie essen.

"Eine Ergebnisse einer Studie3, zum Beispiel stellte fest, dass Kalorien aus Getreide, raffiniertem Zucker und verarbeiteten Lebensmitteln die Überernährung fördern, während Kalorien aus frischem, ganzem Gemüse, Eiweiß und Faserstoffen einen Rückgang der Hungergefühle nach sich zogen.

 

Nicht alle Kalorien haben eine identische Wirkung

Kalorien sind nicht gleich Kalorien, die Quelle der Kalorien macht den Unterschied aus.

Wegweisende Forschungsergebnisse von Dr. Robert Lustig zeigen, dass die Kalorien aus Fruktose dabei eine besondere Bedeutung innehaben.

Laut Dr. Lustig, ist Fruktose "isokalorisch aber nicht isometabolisch“. Das bedeutet, dass identische Kaloriezählimpulse von Fruktose oder Glukose, Fruktose und Protein oder Fruktose und Fett, zu verschiedenen, wenn nicht gar gänzlich anderen Stoffwechselwirkungen führen.

Der Grund für den Unterschied in der Stoffwechselwirkung ist vor allem der, dass verschiedene Nährstoffe unterschiedliche hormonelle Reaktionen provozieren, und diese hormonellen Reaktionen legen fest, wie viel Fett der Körper ansammelt und auch beibehält.

Deshalb funktioniert nicht einfach die Idee, dass man Gewicht alleine durch Kalorienzählen verliert.

Fruktose, andere Zuckerarten und Getreide gehören zu den übermäßig konsumierten Lebensmitteln, die eine Gewichtszunahme und chronische Krankheiten fördern.

Ein weiterer dogmatischer Glaube ist der einfache Ansatz, Adipositas entsteht nur durch zu viele Kalorien und zu wenig Bewegung.

Dr. Guyenet vertritt die These, dass nicht nur eine hohe Kalorienaufnahme und zu wenig Bewegung verantwortlich für eine Adipositas sind, sondern es auch zahlreiche andere Faktoren gibt, die eine Adipositas verursachen, darunter auch die Art der Nahrung die man zu sich nimmt.

Die Fähigkeit des Körpers, Fett als primären Brennstoff zu verbrennen, steht im Vordergrund. Aufgrund einer Insulin- und Leptin-Resistenz haben die meisten Menschen in der westlichen Welt eine beeinträchtigte Enzymtätigkeit und können so die Fette schlechter verbrennen.


Die Wissenschaft des Übergewichts

Während der erste Hauptansatz der Thermodynamik nicht auf den Menschen anzuwenden ist, gibt es dennoch einige Dinge, die man beachten sollte, wie die Forschungsergebnisse von Dr. Johnson zeigten:

  • Ihr Völlegefühl ist blockiert
  • Ihr Körper verliert seine Fähigkeit, Fett zu verbrennen.

Das bedeutet, dass man um stark übergewichtig zu werden, man zuerst Leptin-resistent werden muss.

Leptin ist ein Hormon, das den Appetit zu regulieren hilft. Wenn die Leptinspiegel steigen, signalisiert dies dem Körper, dass man satt ist. Raffinierter Zucker (insbesondere Fruktose) ist besonders effektiv bei der Entstehung einer Leptin-Resistenz und blockiert die Fettverbrennung.

Guyenet istauch mit diesem Konzept nicht einverstanden. Er glaubt, dass der effektivste Weg zur Entstehung einer Leptin-Resistenz die Aufnahme von raffinierten Fetten ist. Eine Reduzierung der Fettaufnahme gilt nicht für die gesunden Fette wie Kokosöl, Avocados, Butter und Olivenöl, wohl aber für verarbeitetes und raffiniertes industrialisiertes Soja-, Mais -und Rapsöl.

Diskutiert werden auch andere Auswirkungen einer Leptin-Resistenz.

Sobald das Gehirn seine Empfindlichkeit gegenüber Leptin verloren hat, wird es die Situation einer falschen Ernährung als normal wahrgenommen und man bekommt dadurch mehr Körperfettmasse.


Giftige Nahrungsmittel irritieren die Stoffwechselfunktion

Der umfangreiche Einsatz von Zucker - vor allem in Form von Maissirup, der fast allen verarbeiteten Lebensmitteln zugesetzt wird - ist das Herzstück des Ganzen. Nicht zu unterschätzen sind die Auswirkungen der Chemikalien und die Schaffung von süchtig machenden Lebensmitteln.

Sehr aufschlussreich dabei ist, dass  im Gegensatz zu Ländern der Dritten Welt, die ärmsten Menschen in den USA z.B. die höchste Fettleibigkeitsrate haben.

Dieser scheinbare Widerspruch ist ein klarer Hinweis darauf, dass das Problem von der Ernährung abhängt. Die billigsten und am leichtesten verfügbaren Nahrungsmittel erschaffen einen großen metabolischen Schaden beim Menschen, und das ist bereits durch zahlreiche wissenschaftliche Studien bewiesen.

Die Erforschung des Suchtpotentials von verarbeiteten Lebensmitteln zeigt, dass die Lebensmittelunternehmen die Kunst der Herstellung von Sucht-fördernden Nahrungsmitteln4 durch die Verwendung von Salz, Fett, Zucker und einer Vielzahl von Aromastoffen meisterhaft perfektioniert haben.

So entstehen Übergewicht, Diabetes, ein hoher Cholesterinspiegel, Bluthochdruck und Herzinfarkte, allesamt Erkrankungen, die eindeutig mit verarbeiteten Lebensmitteln in Verbindung stehen.


Wie man wieder schlank werden kann

Es gibt zwei primäre diätetische Empfehlungen, die helfen können, einen schlanken Körper wieder zurück zu bekommen:

 1       Vermeiden Sie Zucker, verfeinerten Fruchtzucker, Getreide und verarbeitete Lebensmittel

2       Achten Sie auf eine gesunde Ernährung aus Vollwertkost, idealerweise organischen Ursprungs und ersetzen Sie die Kohlenhydrate aus Getreide mit:

  • Großen Mengen von frischem Gemüse
  • Moderaten Mengen von hochwertigem Eiweiß.
  • Viel hochwertigen gesunden Fetten, (gesättigte und einfach ungesättigte Fette).

Eine weitere Strategie, die wirklich gut funktioniert, ist intermittierendes Fasten.

Intermittierendes Fasten, oder "geplantes Essen", ist eine der besten Interventionen, um überschüssiges Gewicht zu verlieren. Der Körper arbeitet effektiver und verbrennt als primären Brennstoff Fett anstelle von Zucker.

Durch die Erhöhung der Insulinsensitivität und der mitochondrialen Energieeffizienz hilft Fasten auch bei der Verlangsamung von Krankheitsprozessen, die mit einer Insulin-Resistenz verbunden sind.

Mit dem Fasten profitiert der Körper auch durch die Reduzierung von oxydativem Stress. Intermittierendes Fasten hat auch den magischen Nebeneffekt in der Beseitigung des Heißhungers auf Zucker und Junk-Food.

Ergebnisse des intermittierenden Fastens treten meist erst nach Wochen oder Monaten auf.

Wenn man dann nur noch das Idealgewicht halten muss, kann man, wieder mehrere Mahlzeiten am Tag einnehmen. Wenn man überschüssiges Gewicht verlieren muss und die Gesundheit schützen will, soll man auf verarbeitete Lebensmittel verzichten.

Empfohlen wird viel frisches Gemüse, kleine Mengen an hochwertigem Eiweiß und gesunde Fette.

Last but not least, körperliche Bewegung steigert die Vorteile einer richtigen Ernährung.


Quellen und Referenzen:

  • Whole Health Source- Blog
  • Psych. Zentral, 26. September 2013
  • Kinderheilkunde 1999; 103; e26
  • New York Times, 20. Februar 2013

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2 Kommentare

11.09.2014 17:02 Sabine Fien sagt:
Untergewicht
Ich habe Untergewicht. Überall finde ich nur Infos zum Abnehmen. Aber wie kann ich denn zunehmen, ohne dies auf ungesunde Weise, bzw. mit ungesunden Lebensmitteln zu tun und ohne damit eine Verschlimmerung meiner Arthrose und anderer Beschwerden zu riskieren?
Sabine, 48 Jahre
28.08.2014 13:59 Stefan Müller sagt:
Die Weltbevölkerung wächst und die Lebenserwartung steigt.
Interessante Seite daüber!
http://www.siemens.de/medizintechnik-im-gesundheitswesen/

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