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Widerstand gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel
02.05.2012
labor
In Deutschland bildet sich massiver Widerstand gegen gentechnisch veränderte (GV) Lebensmittel, sowohl bei Politikern als auch der breiten Öffentlichkeit. Dies hat den Chemiekonzern BASF dazu veranlasst, seinen Hauptsitz für die Wissenschaft gentechnisch veränderter Pflanzen von Deutschland nach Raleigh, North Carolina, zu verlagern. In den USA ist die überwiegende Mehrheit aller Maisarten, Soja, Raps und Baumwollsamen bereits gentechnisch verändert. Das bedeutet, praktisch jedes verarbeitete Lebensmittel, das der amerikanische Verbraucher bei seinem Supermarkt kauft und das kein Etikett "100% USDA Organic" trägt- mindestens eine GV-Komponente enthält.

Im vergangenen Jahr untersagt das Land Mexiko der Firma Monsanto ein Pilot-Anbau-Projekt im nördlichen Teil des Landes, aus Angst davor, dass die gentechnisch veränderten Sorten mit anderen einheimischen Arten kreuzkontaminieren könnten.

In Ungarn wurden fast 1.000 Hektar Mais zerstört, bei denen festgestellt wurde, dass sie verunreinigten GE Samen enthielten, um eine Kreuzkontamination auf andere Felder zu verhindern.

Und in Deutschland ist der Abzug der Biotech-Sparte der BASF nach Nord Karolina ein perfektes Beispiel für die Macht der öffentlichen Meinung.

An diesen Staaten orientieren sich Gegner der GV-Lebensmittelindustrie in den USA und fordern die Einführung von der Kennzeichnungspflicht von gentechnisch veränderten Lebensmitteln, um wieder die Kontrolle über die einheimische Nahrungsmittelversorgung zu bekommen.

Der massive Widerstand gegen gentechnisch veränderte (GV)-Lebensmittel in Deutschland, sowohl bei Politikern als auch der breiten Öffentlichkeit, hat den Chemiekonzern BASF dazu veranlasst, seine deutsche Biotech-Sparte zu schließen.

Einem Bericht zufolge sprechen sich 75 % der deutschen Bevölkerung gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel aus, und nur wenige Politiker sprechen über den Nutzen der Gentechnologie.

Der Bauernverband in „Weekly“:

"Die BASF wird einige GVO-Entwicklungs-Sparten in die USA verlegen, die Arbeiten an Pflanzen auf dem europäischen Markt - an vier Kartoffelsorten und einer Weizenart – sind gestoppt worden“.

Die Entscheidung, die einen Nettoverlust von 140 hochqualifizierten Arbeitsplätzen in Europa nach sich zieht, signalisiert auch das Ende des Einsatzes von GV-Pflanzen für die europäischen Landwirte.

Bayer CropScience, ein Konkurrent der BASF, dessen seine Arbeiten auf der Grundlage von GV-Baumwolle und Reis basieren, arbeitet in Gent, Belgien, aber nicht für den europäischen Markt.

"Es gibt immer noch einen Mangel an Akzeptanz für diese Technologie in vielen Teilen Europas, [durch] die Mehrheit der Verbraucher, Landwirte und Politiker", sagte Stefan Marcinowski, Mitglied des BASF-Vorstands. "Deshalb macht es keinen Sinn, weitere Investitionen in Produkte zu tätigen, die ausschließlich für den Anbau in diesem Markt bestimmt sind. Das Unternehmen plant stattdessen, sich auf die Märkte für Pflanzenbiotechnologie in Amerika und Asien konzentrieren“.

Gleichzeitig ermöglicht der allgemeine Mangel an Bewusstsein über GV-Lebensmittel dem Biotech-Riesen wie der Firma Monsanto, in großen Teilen des Marktes der USA zu dominieren.

Das Fehlen einer Kennzeichnung hat auch sehr dazu beigetragen, dass die Menschen noch immer im Unklaren darüber sind, was ihr Essen eigentlich alles enthält.

In der Tat, so die überwiegende Mehrheit der befragten Amerikaner, würden sie den Kauf von Lebensmitteln mit gentechnisch veränderten Zutaten vermeiden, wenn sie Informationen darüber hätten, welche Lebensmittel davon betroffen sind.

Es ist an dieser Stelle wichtig, zu erkennen, dass die überwiegende Mehrheit der gemeinsamen Nahrungspflanzen, die in den USA aufgewachsen sind, bereits genetisch verändert sind, darunter:

  • 94 Prozent aller Sojabohnen
  • 93 Prozent der Rapspflanze
  • 93 Prozent Pflanzenöle
  • 72 Prozent aller Getreidearten
  • Etwa 25 Prozent aller Milch- und Joghurtprodukte enthalten das genetisch rekombinante Rinder-Wachstumshormon (rBGH).

Deutschland macht sich Sorgen um Verunreinigungen in der importierten GV-Nahrung

Im vergangenen Jahr hat das US Department of Agriculture (USDA) auch gentechnisch verändertes Alfalfa in den USA dereguliert, was üblicherweise in Viehfutter verwendet wird.

In Deutschland gibt es ähnliche Bedenken; es gibt bereits ein riesiges Problem mit kontaminierten tierischen Produkten. Milch, Fleisch, Eier werden durch importierte Futtermittel, die gentechnisch veränderte Bestandteile enthalten, verunreinigt.

Aber eine Kreuzkontaminationen und Zerstörung der biologischen Vielfalt ist nicht die einzige Bedrohung, die von gentechnisch veränderten Pflanzen ausgeht. Sowohl die veränderte Pflanze selbst und die Herbizide, die bei ihnen verwendet wurden, stellen große Risiken für die Umwelt sowie die Gesundheit von Tieren und Menschen dar.

 

Beispiele von Schäden bei Tieren, die mit gentechnisch veränderten Lebensmitteln verbunden sind:

  • GV-Erbsen verursachten eine Schädigung der Lunge bei Mäusen

  • Die Nachkommen von Ratten, die GV-Soja erhielten, zeigten eine fünffache Steigerung der Mortalität, ein geringeres Geburtsgewicht und die Unfähigkeit zur Fortpflanzung

  • GV-Kartoffeln können Krebs bei Ratten auslösen

  • Männliche Mäuse, gefüttert mit GV-Soja, zeigten eine Beschädigung der Spermien

  • Die DNA von Embryonen (Nachkommen von mit GV-Soja gefütterten Mäusen) hat ihre Funktionsweise verändert

  • GV-Lebensmittel führen zu erheblichen Störungen im Organismus von Ratten und Mäusen, speziell von Nieren, Leber, Herz und Milz

  • Mehrere US-Landwirte fanden eine Unfruchtbarkeit oder Fertilitätsstörungen bei Schweinen und Kühen, die mit genetisch veränderten Maissorten gefüttert worden waren.

  • Bt-Mais (Transgener Mais) verursacht eine Vielzahl von Immunantworten in Mäusen, die gemeinhin mit Erkrankungen einhergehen, wie der Arthritis, der Lou Gehrig-Krankheit, Osteoporose und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.

  • In Indien wurden Fruchtbarkeitsstörungen, Fehlgeburten, Frühgeburten und andere ernsthafte gesundheitliche Probleme, einschließlich Todesfällen gefunden, darunter auch bei Rindern, die mit genmodifizierten Baumwollsamen-Produkten ernährt wurden.
Bildquelle: SeanPrior / Clipdealer

Referenzen:

Farmers Weekly, 17. Januar 2012 

Gentechnisch verändertes Lebensmittel

The True Food Network 

GMwatch.org

Michigan GMO Labeling Campaign

BASF in Nordamerika

 

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