Tags:

Zöliakie: Wenn Gluten krank macht
06.03.2012
bauchkraempfe
Es gibt Menschen, die keine Produkte aus Weizen und ähnlichem Getreide vertragen. Selbst die kleinste Dosis davon verursacht bei ihnen Bauchbeschwerden, meistens Krämpfe, Blähungen oder Durchfall. Der Übeltäter ist Gluten und bei der Unverträglichkeit von Gluten spricht man von Zöliakie. Die Krankheit ist chronisch, doch die Beschwerden kann man durch eine konsequente Ernährungstherapie und eine Umstellung auf Gluten-freie Diät sicher in den Griff bekommen.

Was ist Zöliakie

Zöliakie bedeutet eine Unverträglichkeit auf bestimmte Bestandteile von Gluten (Klebereiweiß) und ist eine chronische und somit leider lebenslange Erkrankung der Dünndarmschleimhaut. Sie kann in jedem Alter auftreten.

Die Ursache der Zöliakie ist noch nicht eindeutig aufgeklärt. Sicher ist allerdings, dass eine genetische Veranlagung dabei eine Rolle spielt. Aus bis heute unerklärlichen Gründen wehrt sich der Organismus gegen das in dem verzehrten Essen enthaltene Gluten und bekämpft es, wobei es zu den lästigen Magen-Darm-Beschwerden kommt. Dabei verursacht Gluten Schäden in der Dünndarmschleimhaut der Betroffenen.

Beschwerden bei Zöliakie

Neben den erkrankungstypischen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Durchfälle, Appetitlosigkeit, Erbrechen können auch ausgeprägte Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Konzentrationsprobleme, depressive Verstimmungen bei Glutenunverträglichkeit auftreten. Bei einigen Patienten können sich auch juckende Bläschen auf der Haut bilden.

Darüber hinaus kann es auch zu Blutarmut kommen, denn die durch Zöliakie gestörte Darmflora kann keine Nährstoffe mehr richtig für den Körper verwerten. Bei Säuglingen und Kindern mit Zöliakie sind neben Magenkrämpfen, Blähungen und Übelkeit außerdem  Wachstumsbeeinträchtigungen zu beobachten.

Obwohl Zöliakie nicht heilbar ist, kann man mit einer konsequenten Ernährungstherapie die Beschwerden loswerden. Bei einer glutenfreien Ernährung kommt es zum Ausbleiben von Symptomen. Heutzutage gibt es ein umfangreiches Angebot an Lebensmitteln aller Art, die frei von Gluten sind und vor allem in Biomärkten zu finden sind.

Der Umgang mit der Krankheit fängt allerdings schon auf der Ebene der Diagnosestellung an. Manchmal dauert es Jahre bis die richtige Diagnose gestellt wird, da diese von den unerklärlichen und diffusen physiologischen sowie psychischen Beschwerden erschwert wird. Auch die Tatsache, dass Zöliakie oft in Begleitung anderer Erkrankungen auftritt kann die Ausrichtung der Diagnose und der Therapie von Zöliakie ablenken.

Häufige Begleiterkrankungen bei Zöliakie sind:

Was ist Gluten und wo ist es zu finden?

Gluten, anders Klebereiweiß ist im Getreide wie Weizen sowie in seinen Verwandten, u.a. in Dinkel, Einkorn, Roggen und Gerste enthalten. In der Praxis handelt es sich meistens um das Getreide aus dem Brot, Nudeln, Kuchen, Bier oder Malzkaffe hergestellt werden.

Auf die weizenhaltigen Produkte muss im Fall der Unverträglichkeit gänzlich verzichtet werden, denn schon Spuren von Gluten (20 bis 50 Milligramm, gerade so viel wie in 0,3 bis 0,8 Gramm von einem herkömmlichen Brot enthalten ist) können die Zöliakie-Beschwerden auslösen.

Auf der Ausschlussliste befinden sich allerdings auch andere Lebensmittel, bei denen man zunächst kein Gluten vermutet. Da Gluten in der Lebensmittelindustrie (z.B. als Emulgator oder Stabilisator) verwendet wird, müssen auch viele handelsübliche Fertigprodukte weggelassen werden.

Ob Hafer bei Glutenintoleranz nun sicher oder gefährlich ist, ist strittig. Studien aus Skandinavien habe Hafer als verträglich für Zöliakie-Betroffene eingestuft und tatsächlich ist Hafer für die erwachsenen Zöliakie-Betroffenen verträglich. Aber eben nicht für alle. Aus diesem Grund ist beim Verzehr von Haferprodukten Vorsicht geboten.

Zum Haferkonsum hat sich die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft in einer Stellungnahme vom 16.02.2012 geäußert: stellungnahme_hafer_endfassung_1.pdf

Gluten-haltiges Getreide:

  • Weizen
  • Roggen
  • Gerste
  • Dinkel
  • Grünkern
  • Kamut
  • Emmer
  • Einkorn
  • Triticale
  • Naturbelassener Hafer
  • Wildreis (bestimmte Sorten)
     

Erzeugnisse aus Gluten-reichem Getreide:

  • Mehl, Schrot, Flocken
  • Paniermehl
  • Müsli
  • Brot, Brötchen
  • Gebäck
  • Kekse
  • Knabbergebäck
  • Pizza
  • Nudeln
  • Knödel
  • Malzkaffe
  • Bier, auch Reis-und Maisbier

Süßigkeiten:

  • Pudding
  • Schokolade
  • Schaumzucker
  • Bonbons
  • Krokant
  • Eis
  • Eiswaffeln

Milcherzeugnisse:

  • Käsezubereitungen wie z.B. Schmelzkäse
  • Abgepackter geriebener und gewürfelter Käse

Fleisch und Fischprodukte

  • Panierte Produkte
  • Fischzubereitungen

Sonstige Gluten-haltige Fertigprodukte:

  • Soßen
  • Dressings
  • Kartoffelerzeugnisse (z.B. Chips, Gnocchi, Kroketten)
  • Backzutaten (wie Backpulver, Tortenguss)
  • Gewürzmischungen, Gewürze in Pulverform
  • Fertigmenüs
  • Aromatisierte und vitaminisierte Lebensmittel

(die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit)

Bildquelle: berlinrob / Clipdealer 

Verwandte Artikel:

1. Warum gibt es vermehrt Gluten Intoleranzen?

2. Was verursacht die Zöliakie Krankheit?

3. Die zahlreichen Symptome der Gluten Intoleranz

4. Versteckte Gluten-Quellen

5. Wie man eine Glutenintoleranz oder die Zöliakie Krankheit behandeln kann

6. Kann Gluten Schäden im Gehirn verursachen?

7. Wie Gluten uns krank machen kann

8. Leaky Gut-Syndrom: das Syndrom des löchrigen Darmes

9. Ist das Leaky-Gut-Syndrom Ursache Ihrer Gewichtszunahme?

10. Können Probiotika die Entwicklung von Zöliakie verhindern?

 

zurück

0 Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Name:
E-Mail:
Betreff:

captcha

vioma GmbH